Der tiefe IT-Staat

06-10-18 08:10:00,

Die Netze sind:

  • das persönliche Mitnehm-Netz;
  • das Netz im privaten Raum;
  • das Netz im öffentlichen Raum;
  • das Anwendungsnetz;
  • das Netz der Geheimdienste.

Die Netze überschneiden sich teilweise, wirken aber erfolgreich zusammen. Genutzt werden die Netze von privaten und staatlichen Stellen, in der Regel im tief Verborgenen.

Digitale Geräte, die die Nutzer immer bei sich tragen können, haben sich in den letzten Jahren rasant verbreitet. In erster Linie sind es Smartphones, fast alle Erwachsenen tragen eines bei sich, aber auch immer mehr Kinder und Jugendliche nutzen sie. Nicht ganz so verbreitet sind Tablets. Neu hinzugekommen sind „Fitness-Bänder“ und Automobile, die auch mit dem Internet verbunden sind.

Die Fitness-Bänder dienen dazu, den Gesundheitszustand der Nutzer zu erfassen und seine Bemühungen um dessen Erhalt und Verbesserung zu verfolgen. Bei den Autos ist es inzwischen möglich, das Fahrverhalten und die gefahrene Strecke zu erfassen. Die von Bändern und Autos jeweils erfassten Daten gehen mindestens an die Versicherungswirtschaft und bei Autos auch an die Automobilhersteller, ohne dass die Nutzer bemerken, wann das geschieht und welche Daten übertragen, wo gesammelt und gegebenenfalls weitergegeben werden. Erst wenn die Versicherungswirtschaft einen neuen Vertrag anbietet oder eine Verbesserung der Versicherungsbedingungen verweigert, tritt das an die Oberfläche. An der Oberfläche sichtbar wird es auch, wenn auf Grundlage der Daten zukünftig die Schuldfrage bei Unfällen geklärt wird oder Strafen beispielsweise für Geschwindigkeitsübertretungen ausgesprochen werden. Unter der Oberfläche bleibt, wer die gefahrene Strecke wann aufzeichnet. Der Fahrer wird über sein Smartphone identifiziert. Die Teilnahme an einer kritischen Aktion ist damit kaum noch abzustreiten. Das alles geschieht, ohne dass es die Nutzer bewusst wahrnehmen, also tief verborgen.

Im Vergleich zu dem, was mit den Smartphones möglich ist und geschieht, ist das alles aber noch harmlos. Kein anderes digitales Gerät forscht den Nutzer so umfassend aus wie das Smartphone: Kontakte – damit auch den Bekanntenkreis des Nutzers –, Verbindungsdaten, seit neustem Inhalte von Telefongesprächen, gesprochenes Wort, einschließlich der Erkennung des Inhalts, Medien – Töne, Bilder, Filme –, E-Mails, Daten von Messengern, Nutzung sozialer Netzwerke, Surfverhalten sowie Ortsdaten über GPS und Telefonnetze. Von all dem bekommt der Nutzer in der Regel nichts mit. Es entsteht ein umfassender Datenschatten des Nutzers, in den Daten eingeflossen sind, die teilweise Jahrzehnte zurückreichen können.

Ein Beispiel: Während der Nutzer eine App verwendet,

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