Die Haß-Rhetorik

13-10-18 11:51:00,

Noch vor wenigen Monaten hätte sich niemand getraut, auch nur so zu denken. Zum neuen Trend zählen die lauten Überlegungen, ob man in Seenot geratene Flüchtlinge retten oder ob man es lieber sein lassen soll (2), ob man unter 50-Jährigen das Arbeitslosengeld streichen soll (3) und ob Deutschland eine Atombombe brauche (4). Die neueste Frage in dieser Kette stellte (5) der religiöse Fanatiker (6) Daniel Böcking, seines Zeichens BILD-Redakteur: Ob man sich darüber freuen dürfe, dass die Frau des Super-Diktators Baschar al-Assad an Krebs erkrankt ist?

Menschenverachtende Gedankengänge liegen somit voll im Trend! Wir Hipster von der Satire-Quickie-Jugendredaktion wollen diesen Hype keinesfalls verpassen, springen hiermit direkt auf diesen Zug auf und werfen selber mal vergleichbare Fragen in den Raum. Ich hole mir noch kurz eine Avocado und dann geht es auch gleich los!

Avocado ist ein gutes Stichwort! Ich stärke mich vor dem Schreiben eines jeden Satire-Quickies mit einer Avocado, um meinen kreativen Flow zu beschleunigen. Da fällt mir ein, dass Avocados bis zu ihrer Reife ja doch relativ viel Wasser benötigen. Dieses Wasser müssen sich dann die Anbauer sehr häufig von anderen Bauern borgen. Naja. Eigentlich bekommen die das Wasser auch nicht mehr zurück. Und wenn man ganz ehrlich ist, ist das laut Definition Raub.

Aber ist das legitim? Ich denke schon! Der freie Markt verlangt nach Avocados. In den Yuppie-Vierteln der europäischen Metropolen gibt es für diese Frucht einen hohen Absatzmarkt und so traurig das auch sein mag, aber die Globalisierung verursacht eben immer auch Verlierer. Das mag natürlich auch damit zusammenhängen, dass Südamerika generell eine sehr leidige Angelegenheit ist, da der halbe Kontinent noch irgendwie im Sozialismus verhaftet ist, anstatt endlich zu den natürlichen Kräften des freien Marktes überzugehen.

Eine längst überfällige Frage! Wie oft kam es schon vor, dass ich in der U-Bahn, Tram oder im Bus stehen musste, während dieses faule Hartz-IV-Gesocks sich gemütlich auf die Sitzpolster fläzte? Und kann mir mal bitte jemand erklären, mit welcher Hand ich meine Hornbrille wieder hochdrücken soll, die mir in der schweißtreibenden Enge der öffentlichen Verkehrsmittel immer die Nase runterrutscht, wenn ich bereits mit der rechten mein Smartphone bedienen und mit der linken meinen veganen Chai-Latte in einem Coffe2Go-Becher halten muss? Ich hab ja schließlich nur zwei Hände!

The struggle is real!

Ich als hart arbeitender Hipster-Redakteur sollte stets einen Anspruch auf einen Sitzplatz in den Öffentlichen haben!

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