Große Bäume atmen tiefer

13-10-18 07:58:00,

Baumkronen Hambacher Forst, September 2018. Foto: Kimba Reimer / CC BY 2.0

  1. Große Bäume atmen tiefer

  2. Ältere und größere Bäume speichern mehr Kohlenstoff


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Ein Jahrtausende alter Wald kann nicht kurzfristig durch Aufforstung ersetzt werden

Glaubt man der modifizierten Fassung der Erneuerbaren-Energien-Richtlinie der EU vom Juni 2018, ist die Verbrennung von Bäumen “klimaneutral”. Die neue Regelung wird von einem internationalen Wissenschaftler-Team scharf kritisiert: So werde ein Anreiz geschaffen, vermehrt Biomasse zu importieren und die Rodung von Wäldern global voranzutreiben, heißt es in einer in Nature veröffentlichten Stellungnahme.

Co-Autor Tim Beringer von der Berliner Humboldt-Universität verweist auf den Widerspruch zu den Bemühungen, Waldschutz durch Papierrecycling zu fördern und Wälder weltweit stärker zu schützen.

Außerdem ist Holz ein relativ schlechter Energiespeicher. Würde man die gesamte heutige Holzernte in der EU nutzen, kritisiert der Umweltwissenschaftler, wären gerade mal fünf Prozent des zukünftigen Energiebedarfs Europas abgedeckt. Weil die Wälder Europas die Nachfrage nicht werden decken können, sei zu erwarten, dass vermehrt Holz importiert werde.

Das wiederum würde die Wälder anderswo auf der Erde zerstören. Auch deshalb fordert Wolfgang Lucht vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung eine Energiewende, die vor allem auf “Vermeidung, Effizienz, Solarenergie und Windkraft” setzt.

Es wird mehr gerodet als aufgeforstet

Bäume entziehen der Atmosphäre Kohlendioxid, wobei dieses mittels Photosynthese in Kohlenstoff und Sauerstoff aufgespalten wird. Während sich der Kohlenstoff in der Pflanze einlagert, um Biomasse aufzubauen, wird der Sauerstoff als “Abfallprodukt” an die Atmosphäre abgegeben. Allerdings wird etwa die Hälfte des aufgenommenen Kohlenstoffs wird über Veratmung wieder abgegeben.

Wird das Holz verbrannt, verbindet sich der Kohlenstoff darin mit dem Sauerstoff aus der Luft und wird dadurch zu Kohlendioxid. “Klimaneutral” wäre dieser Prozess nur dann, wenn für jeden gefällten Baum ein neuer gepflanzt würde, der den verlorenen gegangenen Kohlenstoff während seines Wachstums wieder aufnimmt.

Nun schlägt die EU ihren Mitgliedstaaten vor, neue Wälder anzupflanzen bzw. vorhandene Wälder, Acker- und Grünlandflächen nachhaltiger zu bewirtschaften. Tatsächlich aber werden immer noch mehr Wälder gerodet als aufgeforstet,

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