Tagesdosis 13.10.2018 – Die Zentralbanken: Keine Biedermänner, sondern Brandstifter | KenFM.de

13-10-18 11:38:00,

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Ein Kommentar von Ernst Wolff.

„Nicht das, was du nicht weißt, bringt dich in Schwierigkeiten, sondern das, was du sicher zu wissen glaubst, obwohl es gar nicht wahr ist.“ So lautet eines der berühmtesten Zitate des amerikanischen Schriftstellers Mark Twain.

Betrachtet man das Bild, das sich die Mehrheit der Menschen von den Zentralbanken macht, und vergleicht es mit deren tatsächlicher Rolle im globalen Finanzsystem, kann man Mark Twain nur zustimmen: Die Zentralbanken, so glauben die meisten, seien konservative und seriöse Einrichtungen, die die Geschäftsbanken mit Geld versorgen und sie dabei im Auftrag des Staates überwachen.

Das aber ist schlicht nicht wahr und die Tatsache, dass die meisten Menschen es so sehen, bringt uns alle gegenwärtig in immer größere Schwierigkeiten. Die Zentralbanken sind nämlich weder seriös noch konservativ, sondern betreiben seit zehn Jahren eine Politik, die man nur als abenteuerlich, halsbrecherisch und brandgefährlich beschreiben kann.

Nach dem Beinahe-Zusammenbruch des globalen Finanzsystems 2008 und seiner Rettung durch zahlreiche Regierungen sprangen die Zentralbanken ein und schufen gewaltige Geldmengen, um die in den Staatshaushalten entstandenen Löcher zu stopfen. Dieses aus dem Nichts geschöpfte Geld kam aber nicht etwa den Millionen von Menschen zugute, die im Zuge der Krise ihre Häuser und Jobs verloren hatten, sondern wurde ausschließlich dazu verwendet, bankrotte Geschäftsbanken am Leben zu erhalten, und zwar auf folgende Weise: Die Zentralbanken kauften den Geschäftsbanken faule Wertpapiere zu absurd überhöhten Preisen ab und halfen ihnen so, die eigenen Bilanzen zu schönen.

Dennoch reichten die Summen nicht aus, um zur Normalität zurückzukehren. Die meisten Banken weigerten sich aus Sorge vor Verlusten auch weiterhin, einander oder der Industrie zur Ankurbelung der Wirtschaft Geld zu leihen. Das wiederum nutzten die Zentralbanken als Vorwand, um die Zinsen in einer bis dahin nie gekannten Weise zu senken.

Diese Zinssenkungen wurden von den Geschäftsbanken aber nicht, wie offiziell behauptet, zu erhöhter Kreditvergabe, sondern zu erneuter Spekulation an den Finanzmärkten benutzt. Da das zu immer größeren Blasen und immer gefährlicheren Schwankungen an den Märkten führte, gingen die Zentralbanken anschließend noch einen Schritt weiter: Um die Schwankungen auszugleichen und ein Platzen der Blasen zu verhindern,

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