Kommende Italien-Krise oder drohende Euro-Krise II. Eine Analyse von Winfried Wolf. – www.NachDenkSeiten.de

Kommende Italien-Krise oder drohende Euro-Krise II. Eine Analyse von Winfried Wolf. – www.NachDenkSeiten.de

19-10-18 12:53:00,

19. Oktober 2018 um 13:30 Uhr | Verantwortlich:

Kommende Italien-Krise oder drohende Euro-Krise II. Eine Analyse von Winfried Wolf.

Veröffentlicht in: Euro und Eurokrise, Europäische Union, Finanzpolitik, Wirtschaftspolitik und Konjunktur

Unser Autor untersucht den Konflikt zwischen der Europäischen Kommission und der italienischen Regierung wegen deren Haushaltsentwurf und den dort vorgesehenen Schulden. Brüssel und die die Brüsseler Politik stützenden Regierungen setzen ihren Weg der Unvernunft fort. Ergänzend zu dem Beitrag von Winfried Wolf weise ich auf eine notwendige Ergänzung hin, auf die Jens Berger in einem NachDenkSeiten-Beitrag vom Juni 2018 aufmerksam machte: Italien hat kein Schulden-, sondern ein Wachstumsproblem. Albrecht Müller.

Dass einige Länder des Südens nicht vorankommen und so viele Schulden machen müssen, liegt auch darin, dass die bestimmenden Kräfte der Europäischen Union mit ihren Ratschlägen und ihren Zwangsmaßnahmen die Wirtschaftstätigkeit in diesen Ländern noch mehr stranguliert haben, als dies ohnehin der Fall war. Entscheidend ist, was wir schon seit langem „predigen“: die Förderung der Wettbewerbsfähigkeit und d. h. zugleich die Bereitschaft der Bessergestellten, ihre Exportüberschuss-Politik ein bisschen zu reduzieren.

Hier also der Beitrag zu Italien-Krise und Brüssel:

Kommende Italien-Krise oder drohende Euro-Krise II
Von Winfried Wolf

Die Schlagzeilen des Tages lauten „Italiens Schulden alarmieren die EU“ – so die „Süddeutsche Zeitung“ vom 19. Oktober bereits auf Seite 1. Offensiv gegen Rom argumentieren deutsche Finanzexperten; Clemens Fuest, Präsident des Ifo-Instituts in München, spricht im „Handelsblatt“ vom 14. Oktober vom „italienischen Patienten“ und plädiert dafür, „Italien finanziell zu isolieren“. Es gehe jetzt darum, „die Finanzstabilität bei einer Staatspleite Italiens zumindest im Rest der Eurozone aufrechtzuerhalten.“ Und der EU-Kommissar Pierre Moscovici agiert extrem aggressiv und richtete am 19. Oktober einen „Brandbrief“ an die italienische Regierung, in dem er behauptet, Rom verstoße „gegen die Schuldenregeln der EU in einem noch nie dagewesenen Maß“.

Das ist schlicht Unfug und zugleich eine Panikmache, die tatsächlich zu einer Finanzpanik führen kann. Richtig ist, dass die öffentlichen Schulden Italiens hoch sind. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt übersteigen sie 130 Prozent (oder auch: alle öffentlichen Schulden Italiens sind um gut 30 Prozent größer als das aktuelle Bruttoinlandsprodukt des Landes). Richtig ist auch, dass die EU für diese Schuldenquote einmal eine Grenze von 60 Prozent vereinbarte.

 » Lees verder