Die Medienherrschaft

23-10-18 12:24:00,

Da keine Spezifizierung erfolgte, wurden in dem Beitrag allgemein „alternative Medien“ im Internet ins Visier genommen. Ihr Ziel sei es „Geld zu verdienen“ oder „mit Falschinformationen politische Debatten zu beeinflussen, um gezielt Personen oder Staaten oder Institutionen zu schaden“, wie ein Kommunikationswissenschaftler und Experte der Stiftung „Neue Verantwortung“, mit Sitz in Berlin unterstellt. Beispiele wurden nicht genannt, die diese Thesen belegten.

Betrachtet man diese angeblich „unabhängige Denkfabrik“, erhält ihre angebliche „Unabhängigkeit“ ein „Geschmäckle“. Dank der auf der Webseite offen gelegten Finanzierung ist zu erfahren, dass die 2008 gegründete Stiftung „Neue Verantwortung“ zu 70 Prozent von Stiftungen und öffentlichen Institutionen und zu 30 Prozent von Unternehmen finanziert wird. Zu den 70 Prozent tragen unter anderem das Auswärtige Amt mit 8 Prozent, die Bertelsmann Stiftung mit 4 Prozent, die Open Society Stiftung mit 7 Prozent und die Robert Bosch Stiftung mit 10 Prozent bei. Der größte Geldgeber in dieser Kategorie ist mit 19 Prozent der Omidyar Network Fund des eBay-Gründers Pierre Omidyar.

Der Billionär Omidyar verteilt sein Geld in alle Richtungen. 2014 gab er die Anschubfinanzierung für die alternative Informationsplattform „The Intercept“. Deren Gründer sind die drei exzellenten Journalisten und Filmemacher Glenn Greenwald, Laura Poitras und Jeremy Scahill. Greenwald und Poitras erhielten für ihre Dokumentation „Citizenfour“ 2015 den Oscar. Der Film dokumentiert die Flucht und das Wissen von Edward Snowden, dem ehemaligen Mitarbeiter der National Security Agency (NSA). In ihrer kurzen Dankesrede bei der Preisverleihung sagte Laura Poitras:

„Was Edward Snowden öffentlich gemacht hat, ist nicht nur eine Bedrohung für unsere Privatsphäre, sondern für unsere Demokratie. Wenn die wichtigsten Entscheidungen, die uns betreffen, im Geheimen getroffen werden, verlieren wir unsere Möglichkeit, die Mächte zu überprüfen, die die Kontrolle ausüben.“

Jeremy Scahill war als Reporter für „Democracy Now“ in Belgrad während des Jugoslawienkrieges. Er war in Bagdad vor und während des Angriffs der US-Koalition 2003. Scahill sorgte mit seiner Jahre langen Recherche für die Verurteilung von Angestellten der privaten Sicherheitsfirma Blackwater, die im Irak Dutzende Zivilisten getötet hatten. Und er legte die mörderische Linie des Weißen Hauses unter Barack Obama offen, der gezielte Tötungen mit Drohnen zum Bestandteil US-amerikanischer Militäroffensiven machte (2). Zu seinem Film „Schmutzige Kriege“, der auf dem Buch mit dem gleichnamigen Titel basiert,

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