Wer Grün wählt, wählt die Anpassung an die Etablierten plus Ökologie. Hauptsache gegen links. – www.NachDenkSeiten.de

23-10-18 07:26:00,

23. Oktober 2018 um 8:35 Uhr | Verantwortlich:

Wer Grün wählt, wählt die Anpassung an die Etablierten plus Ökologie. Hauptsache gegen links.

Veröffentlicht in: Demoskopie/Umfragen, Grüne, Strategien der Meinungsmache, Wahlen

Manch einer wundert sich, wieso die Medien ihr Herz so überwältigend für die Grünen entdeckt haben und sich die erkennbare Medien-Sympathie auch in entsprechenden Wahlgewinnen niederschlägt. (Siehe dazu auch: “Öffentlich-rechtlicher Missbrauch von Umfragen. Und dies unentwegt.” und “Bayern-Wahl stülpt einiges um” und “Die Bayernwahl zeigt einmal mehr, dass die andauernde AfD-Fokussierung vor allem den Grünen nutzt” ). Eigentlich muss man sich nicht wundern: Gewählt werden Grüne, die sich an die neoliberale Praxis und an militärische Interventionen als Ersatz der Politik gewöhnt haben – ergänzt um ein lautes aber in der Sache bescheidenes ökologischen Engagement. Die Grünen werden auch deshalb unterstützt, weil die möglichen Koalitionen zwischen Grün und Schwarz sicherstellen, dass auch in Zukunft eine fortschrittliche politische Alternative nicht möglich wird. Albrecht Müller.

Es gibt einen Grundzug in der westlichen Stimmungsmache der letzten Jahre: die maßgebliche Beteiligung linker Kräfte an der politischen Macht muss verhindert werden. Deshalb die massive Stimmungsmache gegen Rot-Rot-Grün, als diese Konstellation zweimal auf Bundesebene möglich gewesen wäre. Dieser öffentliche Stoß wurde gegen die Linken als „rote Socken“ geführt, so massiv und so allgemeingültig, dass in der SPD nicht einmal ernsthaft diskutiert worden ist, diese nach der Bundestagswahl sowohl 2005 als auch 2013 gegebene Option wahrzunehmen.

Neben dieser auf die Verhinderung einer möglichen Regierungsbildung und auf die Chancen bei Wahlen zielenden Propaganda gab es immer schon den zweiten Ansatzpunkt: die innere Veränderung der für linksorientierte Koalitionen infrage kommenden Parteien. Dieses Werk ist bei den Grünen und bei der SPD wirkungsvoll in Szene gesetzt worden. Die SPD zum Beispiel hat ihre fortschrittliche Programmatik sowohl in der Gesellschaftspolitik als auch in der Wirtschaftspolitik als auch in der Sicherheits- und Friedenspolitik entsorgt. Bei den Grünen hat das ähnlich gut funktioniert. Joschka Fischer ist das prominente Symbol dieser inneren programmatischen und personellen Veränderung. Die innere Veränderung der beiden Parteien wurde jeweils medial begleitet: gut behandelt wurden durchgängig bei den Grünen genauso wie bei der SPD die Vertreter der Loslösung von fortschrittlichen und den Lohnabhängigen verbundenen Ideen.

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