Die vertuschte Wahrheit

24-10-18 08:49:00,

Während des Sechs-Tage-Krieges im Jahr 1967 griff Israel das US-amerikanische Spionageschiff USS Liberty in internationalen Gewässern an als das Schiff mit 5 Knoten vor der Sinai-Küste segelte. Von den 294 Besatzungsmitgliedern wurden 34 getötet und 171 verwundet.

Die israelische Regierung behauptet bis heute, dass ihre Streitkräfte die USS Liberty irrtümlicherweise mit einem ägyptischen Versorgungsschiff, El Quseir, verwechselt hätten. Die israelische Regierung entschuldigte sich für diesen „tragischen Fehler“ und entschloss sich, eine Entschädigung zu zahlen. Die damalige US-Regierung akzeptierte Israels Erklärung ohne Vorbehalt, jedoch nicht die überlebenden Besatzungsmitglieder des Schiffes. Diese behaupten bis heute, dass die israelische Luftwaffe das amerikanische Schiff bewusst angegriffen hat und es samt Besatzung versenken wollte.

Da sich diese Interpretationen widersprechen, konzentriert sich der größte Teil der Veröffentlichungen über diesen Vorfall auf diese Auseinandersetzung (1). 2003 erschien das Buch „Operation Cyanide“ des britischen Journalisten Peter Hounam (2). Darin räumte der Autor endgültig mit der Legende eines Fehlangriffes Israels auf und zeigt, dass sowohl die israelische als auch die amerikanische Regierung gemeinsam die Wahrheit durch Verschleierung, Einschüchterung von Zeugen und Lügen zu verheimlichen suchen.

Die eigentliche Mission des Schiffes bleibt auch nach mehr als 50 Jahren immer noch ein Geheimnis beider Staaten.

Während eine zunehmende Zahl von Persönlichkeiten, darunter ehemalige hochrangige amerikanische Militärs und Staatsmänner (3), die These eines Irrtums verwerfen, bleiben folgende Fragen unbeantwortet: Warum wurde die Liberty angegriffen? Und was erklärt das Beharrungsvermögen aller US-Regierungen, die Wahrheit zu verheimlichen? Dieser Beitrag soll ein wenig Licht in den Sachverhalt bringen.

Zunächst sollen zwei Motive für Israels Versuch, die Liberty zu versenken, erörtert werden:

Da Israels Streitkräfte im Sinai Kriegsverbrechen begingen und die Liberty den Funkverkehr der Israelis abfing, soll Israel versucht haben, die Zeugen „abzuschalten“. Diese Erklärung beruht auf drei dürftigen Annahmen, nämlich, dass die israelischen Streitkräfte über ihre Kriegsverbrechen im Funk diskutierten, dass die Liberty diese abgefangenen Meldungen nicht sofort nach Washington melden würde und dass die USA, ein Verbündeter Israels, über Israels Ermordung ägyptischer Gefangener übermäßig besorgt gewesen wären. Israelische Behörden haben jedenfalls nicht versucht, ihren eigenen Bürgern den Mund zu verbieten, die diese Kriegsverbrechen persönlich erlebt hatten, denn später wurde darüber in Israel offen berichtet.

Ein anderes Motiv für den Angriff auf die Liberty wäre der Versuch Israels zu verhindern, dass die USA von seinen Angriffsplänen auf Syrien erfuhren.

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