Das Appeasement der Frau Merkel

25-10-18 07:51:00,

Vom Shiff Solitaire wird die Pipeline Nord Stream 2 im Finnischen Meerbusen verlegt. Bild: Nord Stream 2 / Thomas Eugster

Die Bundeskanzlerin versucht durch kleine Geschenke an US-Präsident Trump für Europa wichtige Projekte wie Nordstream 2 und die Iran-Kontakte zu retten. Die Rechnung wird nicht aufgehen – Ein Kommentar

“To appease” heißt, jemanden besänftigen. Als jemand, der in seiner Studienzeit zeitweise in der Gastronomie gearbeitet hat, erinnere ich mich noch, wie schwierig das manchmal war, einen sternhagelvoll besoffenen Kneipenrandalierer soweit zu besänftigen, dass er sich erstmal hinsetzte, anstatt das Mobiliar zu zerlegen. Die Zeit hatte man gewonnen, damit der Randalierer dann in die nächste Phase des alkoholinduzierten Hirnschwundes gelangte, wo er entweder schnarchend einschlief oder einen Heulanfall bekam.

Das Substantiv “Appeasement” wurde benutzt, um den schamlosen Verrat des britischen Premierministers Chamberlain an der Tschechoslowakei im Jahre 1938 schön aus dem Zusammenhang gerissen als Versuch zu verkaufen, der Brite habe den tollwütigen Hitler besänftigen wollen, indem er ihm das Lamm Tschechoslowakei zum Fraß hingeworfen habe. Eine Geschichtslüge, wie man heute weiß.

Auch unsere Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel übt sich gerade in der schwierigen Disziplin des Appeasements, der Besänftigung eines volltrunkenen Kneipenrandalierers aus Übersee. (Dem Autor dieses Textes ist schon bewusst, dass der hier gemeinte Donald Trump seit dem Tod seines Bruders keinen Alkohol mehr trinkt. Dass sich Trump trotz alledem in einem gemeingefährlichen Delirium befindet, ist offensichtlich. Übrigens war auch Adolf Hitler Alkohol-abstinent.)

Merkel wurde ja als Vorzeige-Ostdeutsche für die transatlantischen Netzwerke wie z.B. die Atlantikbrücke angeworben und dann systematisch aufgebaut als legitime CDU-Nachfolgerin des Dauerkanzlers Helmut Kohl (“Das Mädchen”), nach einem Zwischenspiel mit Schröder-Fischer. Jahrelang war Merkel das Lieblingskind der transatlantischen Netzwerke und der deutschen Leitmedien. Und “Angie” las vorauseilend gehorsam ihren Gönnern jeden Wunsch von den Lippen ab. Die untersetzte Kanzlerin im Hosenanzug neben Condoleeza Rice, neben Blair, neben Bush II. oder neben Obama. Diese Alptraumpaarungen verfolgten uns bis in den Schlaf.

Doch ist Frau Merkel jetzt schon lange keine begeisterte Transatlantikerin mehr, wie in ihren guten Zeiten. Dass der Obama ihr Privathandy auslauschen ließ, erinnerte sie, wie sie im Kabinett verkündete, an ihre eigenen Stasi-Erfahrungen. Und der Druck aus Übersee, Deutschland erneut zum terrestrischen Flugzeugträger im prospektiven Krieg gegen Russland umzuwandeln, behagte auch Frau Merkel sichtlich nicht.

 » Lees verder