NGOs lehnen Geoengineering als letzte Rettung fürs Weltklima ab

26-10-18 09:09:00,

Aerosol-Schichten nach dem Ausbruch des Vulkans Pinatubo 1991 haben zur Abkühlung der Temperaturen geführt. Bild: Nasa

Mit Geoenineering soll das Klima repariert werden, statt es zu schützen

Am 6. Oktober veröffentlichte der Weltklimarat (IPCC) seinen Sonderbericht über 1,5 Grad globale Erwärmung. Der Bericht verdeutlicht zwei Dinge: Zum einen, dass das 1,5-Grad-Ziel auf keinen Fall überschritten werden sollte, um noch katastrophalere Veränderungen des Weltklimas zu vermeiden, zum anderen, dass die Abkehr von der fossilen Energie innerhalb der nächsten 12 Jahre geschehen muss. Bis zum Jahr 2050 soll der CO2-Ausstoß der Menschheit dann bei Nettonull liegen. Und spätestens hier kommen die “negativen Emissionen” ins Spiel, die auch schon im letzten regulären IPCC-Bericht zu finden waren.

“Alle Pfade, welche die globale Erwärmung mit begrenzter oder ohne Überschreitung auf 1,5 °C begrenzen, projizieren die Nutzung von Kohlendioxidentnahme (carbon dioxide removal, CDR) in einer Größenordnung von 100-1000 Gt CO2 im Verlauf des 21. Jahrhunderts. CDR würde genutzt werden, um verbleibende Emissionen auszugleichen, und um – in den meisten Fällen – netto negative Emissionen zu erzielen, um die globale Erwärmung nach einem Höchststand wieder auf auf 1,5 °C zurückzubringen”, heißt es in der Zusammenfassung des Sonderberichts.

Die erprobteste Art der Kohlendioxidentnahme beherrschen Pflanzen, die aus Kohlenstoff ihre Biomasse aufbauen und dabei Sauerstoff abgeben. Ein weiterer natürlicher Prozess ist die Aufnahme von CO2 im Meerwasser, dass dadurch allerdings allmählich versauert – mit negativen Auswirkungen auf Meeresorganismen. Auch Böden speichern erhebliche Mengen von Kohlenstoff. Techniken der Kohlendioxidentnahme setzen daher zum Teil bei solchen natürlichen Prozessen an, versuchen jedoch, sie zu verstärken. Aufforstung und Bodenverbesserung werden als mögliche Maßnahmen genannt, aber auch Bioenergie mit Abscheidung und Speicherung von CO2 (BECCS) oder die Alkalisierung des Ozeans, d.h. das Hinzufügen von Kalk, damit wieder mehr CO2 aufgenommen werden kann. All diese Methoden, selbst die großflächige Aufforstung, sind mit Fragen der technischen Machbarkeit wie der sozialen und ökologischen Folgen verbunden.

Wettbewerb um Landflächen

Es werde auf eine Kombination verschiedener Maßnahmen hinauslaufen, erklärt Jan Christoph Minx vom Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC), der am letzten Sachstandsbericht des IPCC mitgearbeitet hat. “Alle technischen Optionen haben relevante Potenziale außer die Ozeandüngung. Verschiedene Optionen stehen dabei auch im Wettbewerb zueinander.”

Der Wettbewerb könnte vor allem eins betreffen: die begrenzte Verfügbarkeit von Landflächen.

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