Verurteilt: Apple und Samsung machten Handy bewusst kurzlebig

26-10-18 09:13:00,

 Red.

Red. / 26. Okt 2018 –

Software-Updates machten Geräte absichtlich langsam, um zum früheren Neukauf anzuregen. Das sagt Italiens Wettbewerbsbehörde.

Mit einem Software-Update wurden die Leistung bestimmter iPhones und Samsung-Smartphones absichtlich gedrosselt und sogar Fehlfunktionen verursacht. Italiens Wettbewerbsbehörde hat jetzt Apple und Samsung wegen unlauterem Wettbewerb verurteilt. Sie müssen eine Strafe in Höhe von fünf Millionen Euro zahlen und auf ihrer Webseite auf die Entscheidung der Behörde verweisen.

Begründung: Mit ihrem Vorgehen hätten diese beiden Konzerne gegen Konsumentenrechte verstossen, erklärte die «Autorità garante della concorrenza e del mercato» (AGCM) am 24. Oktober.

Betroffen sind die Geräte iPhone 6, 6s und Galaxy Note 4.

Heise.de fasst den Bericht der Wettbewerbsbehörde wie folgt zusammen:

Apple, erklärt die Wettbewerbsbehörde, habe Besitzern von iPhone 6 und 6s das Update auf iOS 10 «beharrlich unterbreitet», ohne diese über höhere Leistungsanforderungen des Systems und «deren Konsequenzen wie ein unerwartetes Abschalten» zu informieren. Um diese Probleme zu verringern, habe der Hersteller dann iOS 10.2.1 veröffentlicht, wieder ohne eine Warnung, dass das Update die «Leistung und Funktionalität» der Geräte verringern könne. Erst im Dezember 2017 habe Apple schliesslich die Option eingeführt, den Akku zu einem reduzierten Preis zu tauschen.

Im Hinblick auf Samsung bemängelt die Wettbewerbsbehörde, der Hersteller habe Käufern des Galaxy Note 4 das Update auf Android 6.0 Marshmallow «beharrlich unterbreitet», ohne diese über «schwere Fehlfunktionen» zu informieren. Dies habe zu hohen Kosten für Reparaturen ausserhalb der Garantiezeit geführt.

Die Drosselung hat auch in den USA noch ein juristisches Nachspiel: Nutzer haben zahlreiche Sammelklagen gegen den iPhone-Hersteller eingereicht – Urteile liegen noch keine vor.

In der Schweiz verweigert das Parlament den Konsumentenorganisationen, Sammelklagen einzureichen. Für einzelne Handy-Besitzende ist der finanzielle Aufwand für eine Klage viel zu gross.

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Das absichtliche Einbauen von Schwachstellen in Geräten, um deren Lebensdauer zu verkürzen und die Konsumentinnen zu Neukäufen zu zwingen, nennt man «Obsoleszenz». Die Produkte werden vorzeitig «obsolet».

Lesen Sie dazu folgende Infosperber-Artikel:

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