medien-chaschukdschi-wollte-saudi-arabiens-chemiewaffeneinsatz-offenlegen

29-10-18 10:57:00,

Politik

10:48 29.10.2018(aktualisiert 11:55 29.10.2018) Zum Kurzlink

Nach Berichten des „Sunday Express“ stand der getötete saudische Journalist Dschamal Chaschukdschi (Jamal Khashoggi) offenbar kurz davor, Beweise für die Verwendung von chemischen Waffen im Jemen durch Saudi-Arabien freizugeben.

„Ich traf ihn eine Woche vor seinem Tod. Er war unglücklich und besorgt. (…) Als ich ihn fragte, warum er sich Sorgen macht, wollte er darauf nicht wirklich antworten, aber schließlich sagte er mir, dass er Beweise erhalten hat, dass Saudi-Arabien chemische Waffen verwendet habe“, teilte ein nahestehender Freund Chaschukdschis, der anonym bleiben möchte, der britischen Zeitung mit.

„Er sagte, er hofft, dass er dokumentarische Beweise erhalten wird. Ich kann nur sagen, dass das nächste, was ich gehört habe, war, dass er vermisst wird.“

Diese Meldung kommt inmitten der Behauptungen aus Geheimdienstquellen, Großbritannien habe von den Plänen, den Journalisten zu entführen, gewusst und soll Saudi-Arabien gebeten haben, diese Handlungen zu stoppen.

„Diese Details beinhalteten die ursprünglichen Befehle, Herrn Chaschukdschi zu ergreifen und ihn nach Saudi-Arabien zur Befragung zurückzubringen“, berichtet eine Geheimdienstquelle.

Die Befehle sollen aus der königlichen Umgebung gekommen sein, aber Informationen über eine Verbindung zu Kronprinz Mohammed bin Salman al-Saud gebe es nicht, hieß es außerdem.

Einer anderen hochrangigen Quelle aus dem Geheimdienst zufolge habe der britische MI6 den Kollegen aus Saudi-Arabien geraten, die Operation abzubrechen, aber ihre Empfehlung soll abgelehnt worden sein.

Im Iran wurden kürzlich Behauptungen laut, Saudi-Arabien habe Inhaltsstoffe geliefert, die im Jemen zur Produktion des Nervengifts Sarin verwendet werden könnten. Es sei jedoch wahrscheinlicher, dass Chaschukdschi sich auf Phosphor bezogen hatte, so „Sunday Express“.

Nach Berichten der US-Zeitung „Washigton Post“ setzte Saudi-Arabien von den USA gelieferten weißen Phosphor gegen Truppen und Zivilisten im Jemen ein.

Der saudische Journalist Dschamal Chaschukdschi, der als Kolumnist für die US-Zeitung „The Washington Post“ arbeitete und seit 2017 in den USA lebte, verschwand am 2. Oktober in der Türkei, nachdem er das Gebäude des saudi-arabischen Generalkonsulats in Istanbul betreten hatte. Am 20. Oktober bestätigte das Konsulat die Ermordung des oppositionellen Journalisten.

Die türkische Staatsanwaltschaft hatte einen Antrag auf Auslieferung von 18 Personen an Saudi-Arabien gestellt, die des Mordes an Dschamal Chaschukdschi verdächtig sind.

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