das-unausgesprochene-des-vierparteien-gipfels-zu-syrien-von-thierry-meyssan

30-10-18 07:26:00,

Der Viermächte-Gipfel in Istanbul zu Syrien billigte die russischen politischen Fortschritte, hat aber nichts entschieden. Moskau war gegenüber seinen türkischen, französischen und deutschen Partnern mit Erklärungen beschäftigt. Die Verbündeten von Washington mühten sich, ihre Niederlage zu verdauen und daraus Schlussfolgerungen zu ziehen.

JPEG - 42.4 kB

Seit der US-russischen Vereinbarung von Helsinki, im Juli letzten Jahres, versucht Präsident Donald Trump seine Truppen aus Syrien abzuziehen, während das Pentagon darauf besteht, sie dort zu behalten, damit Russland nicht allein über die Zukunft des Landes entscheidet. Aber Washingtons Verbündete weigern sich, die Niederlage anzuerkennen.

Der Vierparteien-Gipfel in Istanbul sollte die Standpunkte Russlands, der Türkei, Frankreichs und Deutschlands einander näherbringen. Man lese das endgültige Kommuniqué [1], das Verständnis scheint perfekt, aber wenn man es mit der Presse der verschiedenen Länder vergleicht, ist nichts weniger sicher.

Das Thema der Zwietracht, das nicht einmal in der Pressemitteilung erwähnt wird, ist die syrische Verfassung, die durch ein Referendum im Jahr 2012 angenommen wurde.

- Nachdem Russland gedacht hatte, in Syrien das föderale Modell seiner ethnischen Republiken anzuwenden, kam es zu dem Schluss, dass die Situation in dem Land ganz anders sei als bei sich. In Syrien sind die Gemeinschaften nicht geographisch zugeordnet. Moskau will sich daher nicht in diese Debatte einmischen.

- Aus türkischer Sicht sollte in Syrien wiederholt werden, was Zypern angetan wurde. Im Jahr 1974 wurde die sogenannte Operation “Frieden für Zypern” unter dem deutlicheren Codenamen “Attila” durchgeführt. Ziel war, den Norden der Insel mit der Zustimmung von Henry Kissinger zu annektieren [2]. Heute könnte die Operation “Olivenzweig” die Annektion des Nordens von Syrien ermöglichen und so den “Schwur von Atatürk” zum Teil verwirklichen [3].

- Aus französischer Sicht träumt man immer noch von dem “Mandat” des Völkerbundes (1920), als Umsetzung des Sykes-Picot-Abkommens (1915). Da die Entkolonialisierung am Ende des ersten Weltkrieges begann, erklärte der Völkerbund, dass es dazu einer “Übergangsperiode” zwischen der de-facto-Unabhängigkeit und der echten Unabhängigkeit (sic) bedürfe. Mit den gleichen Worten erwähnte Präsident François Hollande, als er nach New York kam, die Notwendigkeit, ein neues “Mandat” für Syrien zu etablieren. Sein Nachfolger, Emmanuel Macron, versichert jedoch, dass eine “Übergangszeit” organisiert werden müsse, ohne jemals zu erklären, zwischen welchen Zuständen.

Am Ende des zweiten Weltkrieges akzeptierte die “koloniale Partei Frankreichs”

 » Lees verder