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30-10-18 07:24:00,

Peking treibt sein Projekt der “Seidenstraße“ ohne Unterlass voran. Der chinesische Vizepräsident, Wang Qishan, begab sich auf eine Tour in den Nahen Osten, die ihn unter anderem vier Tage nach Israel führte. Den bereits unterzeichneten Abkommen zufolge wird China in zwei Jahren den wesentlichen Teil des israelischen Ernährungssektors, seine Hoch-Technologie und seinen internationalen Handel kontrollieren. Ein Freihandelsabkommen sollte folgen. Die ganze regionale Geopolitik wird dadurch umgewälzt werden.

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Der Besuch des chinesischen Vizepräsidenten (s.o.), Wang Qishan, in Israel, in Palästina, in Ägypten und in den Vereinigten Arabischen Emiraten zielt auf die Entwicklung der „Neuen Seidenstraße“ ab.

Im Herbst 2013 hat China sein Projekt der Schaffung von maritimen und vor allem von kontinentalen Kommunikationswegen über die ganze Welt bekannt gemacht. China hat Unsummen von Geld bereitgestellt und begonnen, das Projekt sehr zügig umzusetzen. Die wichtigsten Routen gehen entweder über Asien oder über Russland, bis nach Westeuropa. Aber China plant auch Routen in Afrika und Lateinamerika.

Die Hindernisse für die neue Seidenstraße

Diesem Projekt begegnen zwei Hindernisse, ein wirtschaftliches und ein strategisches.

Das Projekt zielt aus chinesischer Sicht auf den Export seiner Produkte nach dem Vorbild der alten “Seidenstraße”, die es zwischen dem 2. bis zum 15. Jahrhundert mit Europa über das Fergana-Tal, den Iran und Syrien verband. Zu dieser Zeit ging es darum, die Produkte von Stadt zu Stadt zu transportieren, um sie dann, je nach den Bedürfnissen der lokalen Händler, in jeder Etappe gegen andere Produkte zu tauschen. Im Gegensatz dazu hat China heute den Ehrgeiz, seine Produkte direkt in Europa und in der ganzen Welt zu verkaufen. Nun sind sie aber nicht mehr exotisch (Seide, Gewürze etc.), sondern identisch mit jenen der Europäer und ihnen sogar oft überlegen. Die Handelsroute verwandelt sich in eine Autobahn. Wenn Marco Polo von der Seide aus dem Fernen Osten, in Italien ohne ihresgleichen, begeistert war, ist Angela Merkel nun entsetzt zu sehen, wie ihre Automobil-Industrie den chinesischen Konkurrenten ausgeliefert sein wird. Die Industrieländer müssen daher mit Peking sowohl Handel treiben, als auch gleichzeitig ihre Industrien vor dem ökonomischen Schock bewahren.

Durch massive Ausfuhr seiner Produktion wird China den kommerziellen Platz einnehmen, den das Vereinigte Königreich seit der industriellen Revolution zuerst allein, später mit den Vereinigten Staaten innehatte. Die Beibehaltung dieser Überlegenheit war genau der Grund, dass Churchill und Roosevelt die Atlantik-Charta unterzeichnet haben und dass die Vereinigten Staaten in den Zweiten Weltkrieg eingetreten sind.

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