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30-10-18 08:03:00,

Das Nato-Manöver «Trident Juncture 2018» in Norwegen
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Das Nato-Manöver «Trident Juncture 2018» in Norwegen

Niklaus Ramseyer / 30. Okt 2018 –

Die Schweiz nimmt nicht mehr teil, sie «beobachtet» das grosse Manöver der überrüsteten Nato in Norwegen nur noch. Das ist neu.

Mit der grössten Militärübung seit dem Ende des kalten Krieges wollen 29 Nato-Staaten in Norwegen ein Signal der Abschreckung an Russland senden, wie es offiziell heisst. Und: die Stärke des Bündnisses zeigen. Konkret sollen sich etwa Italien, Grossbritannien und Deutschland gemeinsam gegen einen Angriff „aus Norden“ verteidigen. Und sie sollen zeigen, dass sie Truppen in Stellung bringen, einsetzen und versorgen können. Dies alles, obwohl deutsche Medien Generäle zitieren, die sagen, es gebe „keine Anzeichen, dass Russland einen Angriff auf einen Nato-Staat plant“. Das wundert wenig: Schon nur von den finanziellen Mitteln her ist die Nato weit über zehnmal stärker als Russland.

Sechs Schweizer Militärs mit dabei

Und was machen die Militärs der neutralen Schweiz, die als „Nato-Partner für den Frieden“ (Partnership for Peace) ja auch locker an das Nordatlantische Militärbündnis angebunden ist, in dieser Grossübung unter dem Kommando des US-Generals James G. Foggo?

„Entsendet werden insgesamt sechs Angehörige der Armee (AdA), die als Berufsoffiziere oder Zivilangestellte im Operationskommando der Armee arbeiten.“ So antwortet die Armeeführung im Departement VBS von SVP-Bundesrat Guy Parmelin auf eine entsprechende Frage. Und grundsätzlich: „Als Nicht-Mitglied der Nato und neutraler Staat nimmt die Schweiz nicht an solchen Übungen teil.“

Nur noch mitverfolgen, statt mitfliegen

Konkret absolvieren zwei Schweizer Berufsoffiziere in Norwegen oben nun nur den „Besuchsteil“ der Manöver. Vier weitere Angestellte des VBS sind „als Beobachter“ in Mons (am Nato-Hauptquartier in Belgien) und Napoli (Italien), wo gemäss VBS-Auskünften „computergestützte Übungssequenzen stattfinden“.

Während also die 29 Nato-Staaten unter Führung der USA in Norwegen lautstark in Richtung Russland mit dem Säbel rasseln (65 Schiffe, 250 Flugzeuge, 10’000 Fahrzeuge und 50’000 Mann stehen im Einsatz), rasselt unser Verteidigungsminister höchstens noch leise mit einem Militärmesserchen mit. Der Grund für diese Zurückhaltung: Bei der Übung namens „Trident Juncture 2018“ gehe es eben um die Verteidigung eines angegriffenen Nato-Landes (nach Art. 5), betont das VBS. Da mache die neutrale Schweiz nicht mit.

Das ist neu: Mitte Mai 2015 hatte die Nato eine kleinere,

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