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30-10-18 08:11:00,

30. Oktober 2018 um 8:30 Uhr | Verantwortlich:

Nachtrag zu Campact und zum Aufruf, sich bei der Hessen-Wahl für eine der größeren Parteien zu entscheiden

Veröffentlicht in: Kampagnen / Tarnworte / Neusprech, Soziale Bewegungen, Wahlen

Nur wenig wäre uns lieber als eine enge Zusammenarbeit von NachDenkSeiten mit einer kampagnenfähigen Einrichtung wie Campact. Aber wir glauben nicht an die Unabhängigkeit von Campact. Dieses mangelnde Vertrauen wurde mal wieder durch den Aufruf zur Wahl der CDU in Hessen bestätigt. Wie kann man so danebengreifen! – Am Freitagabend letzter Woche bin ich auf den Aufruf von Campact zur Hessen-Wahl aufmerksam gemacht worden. Den Leserbriefschreiber genauso wie mich irritierte, dass Campact hier zur Wahl der „größeren Parteien“, also auch der CDU aufgerufen hat. Wie der Leserbriefschreiber selbst habe ich das auch als gegen die Linkspartei gerichtet empfunden, nicht nur gegen die AfD. Am Samstag früh habe ich diesen Beitrag geschrieben. Darin ist sowohl mein Befremden über das unterschwellige Nein zur Linkspartei als auch über das offene Votum pro CDU ausgedrückt. Albrecht Müller.

Es kamen zu diesem Beitrag verschiedene Leserbriefe. Überraschend viele haben sich darüber beschwert, a. ich hätte Campact zu Unrecht vorgeworfen, gegen die Linkspartei votiert zu haben. Überraschend viele haben b., meine Kritik an dem Votum für die CDU, nicht aufgegriffen. – Das finde ich seltsam und ich überlege, wie es zu der gleichlautenden Interpretation kommen kann. Nun ja, der geschäftsführende Vorstand von Campact, Christoph Bautz, hat mir gestern eine Mail schicken lassen. Diese gebe ich am Ende dieses Beitrags wieder.

Zunächst einmal zu a., die NachDenkSeiten hätten zu Unrecht geschrieben, Campact habe sich als Gegner der Linkspartei geoutet. Dazu muss ich offenbar noch einmal zitieren, was am 27. Oktober auf den NachDenkSeiten zu lesen war:

„… Im konkreten Fall tritt die NGO (Campact, der Verfasser) für die Wahl der „größeren“ Parteien ein. Wörtlich (so Campact): „Wer in den nächsten Jahren keine laute, selbstbewusste AfD im hessischen Landtag sehen will, muss sich jetzt für eine der größeren Parteien entscheiden.“ Die Linkspartei zählt in Hessen nicht zu den „größeren Parteien“

So meine Feststellung. Will Campact ernsthaft behaupten, die Linkspartei zähle in Hessen zu den „größeren“ Parteien? Sie hat am Sonntag 6,5 % der Zweitstimmen erreicht,

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