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31-10-18 01:42:00,

Matthias Weik und Marc Friedrich

Matthias Weik und Marc Friedrich / 31. Okt 2018 –

Wer an Saudi-Arabien Waffen verkauft, ist ein Heuchler und Lügner. Von Trump angefangen bis zum deutschen Aussenminister.

Saudi-Arabien war und ist der grösste Finanzierer und des islamistischen Terrors und Verbreiter des fundamentalistischen Islams auf der ganzen Welt. In Jemen führt eine saudische Koalition einen grausamen Krieg, der die grösste humanitäre Krise der Gegenwart verursacht.

Im Innern des Landes dominieren Frauenfeindlichkeit, öffentliche Enthauptungen, Amputationen, Steinigungen, Auspeitschungen, Geständnisse werden durch Folter erpresst und Beschuldigte dann einzig aufgrund dieser Geständnisse zum Tode verurteilt.

Ehebrecher oder Homosexuelle müssen mit Gefängnis und Peitschenhieben rechnen. Es existiert kein allgemein codiertes Recht, sondern es herrscht eine mittelalterliche Auslegung des islamischen Rechts. Willkürliche und äusserst unterschiedliche Scharia-Urteile sind die Konsequenz. Saudi-Arabien ist ein ultraorthodoxer Gottesstaat mit absoluter Monarchie.

Westliche Politiker bezeichnen das Land gerne als «stabilisierenden Faktor» der Region. Dabei geht es ihnen in erster Linie um Geschäfte mit Öl und Waffen.

Saudi-Arabien als Finanzierer des Terrors

Laut Afghanistanexperte Reinhard Erös waren Saudi-Arabien und Pakistan nach dem Abzug der Sowjettruppen Gründer und Motor des Taliban-Regimes. Ohne die massive finanzielle, ideologische und politisch-diplomatische Unterstützung durch Saudi-Arabien und Pakistan hätte es nie ein Taliban-Regime in Afghanistan gegeben. Und es würde es dort auch in Zukunft nicht geben.

Islamistische Terroristen entführten am 11. September 2001 mehrere Flugzeuge und steuerten zwei von ihnen in die beiden Türme des World Trade Centers in New York. Fast 3000 Menschen wurden getötet. 15 der 19 Selbstmordattentäter waren saudische Staatsbürger.

Im Anschluss daran wurde Afghanistan bombardiert.

Bei keinem der Anschläge vor und nach dem 11. September, egal ob in Nairobi, Daressalam, Madrid, London oder Bali, war ein Afghane beteiligt. Dennoch hat uns der damalige deutsche Verteidigungsminister im Jahr 2002 glauben gemacht, dass «Deutschlands Sicherheit auch am Hindukusch verteidigt wird».

Heute wissen wir, dass wir diese Aussage entweder als Schwachsinn oder Fake News bewerten können. Abertausende Soldaten wurden von unseren Politikern in einen niemals zu gewinnenden Krieg gehetzt, und sind schwer traumatisiert oder noch schlimmer, überhaupt nicht mehr zurückgekehrt.

Etwas mehr als ein Jahrzehnt nach 9/11 überrannte der Islamische Staat (IS) Teile des Irak und Syriens, verbreitete Angst und Schrecken und löste eine gigantische Flüchtlingswelle aus.

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