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31-10-18 02:20:00,

US-Soldaten bei Trident Juncture. Bild: DoD

Die größte Nato-Übung seit dem Kalten Krieg findet in Norwegen statt, das könnte nicht nur mit der bekannten und propagierten “russischen Bedrohung” zu tun haben

Nach der Bundeswehr ist die Militärübung Trident Juncture in Norwegen, im Nordatlantik, in der Ostsee, in Island und im Luftraum von Finnland und Schweden, die keine Nato-Mitglieder sind, die größte Nato-Übung seit 25 Jahren.

Mit 50.000 Soldaten, davon 8000 deutschen, 10.000 Fahrzeugen, 250 Flugzeugen und 63 Schiffen aus 31 Staaten liegt die Nato allerdings deutlich hinter der letzten russischen Militärübung Wostok 2018 mit 300.000 Soldaten, an der auch chinesische Soldaten demonstrativ teilgenommen hatten. Als Grund, warum die Übung in Norwegen stattfindet, heißt es, es sei ein Angebot Norwegens gewesen, das eine “lange Tradition für große, multinationale Übungen und realistische Trainingsmöglichkeiten für Luft, Land und See” habe. Geübt werden soll, “Truppen innerhalb kürzester Zeit in Stellung bringen, einsetzen und versorgen”.

Es geht um die Abwehr eines Großangriffs auf Norwegen und die Demonstration, dass die Nato im Bündnisfall ein Mitgliedsland verteidigen kann. Jeder weiß, dass damit Russland abgeschreckt werden soll. Nato-Generalsekretär Stoltenberg leugnet dies erwartungsgemäß und erklärte gestern, die Übung sei gegen niemanden gerichtet und sei “völlig defensiv”. Spiegelbildlich stellt Russland seine Militärübungen dar.

Die Hauptphase der Übung findet zwischen dem 25. 10. und dem 7. 11. statt. Gemeinhin gilt die Übung als Vorbereitung eines etwaigen russischen Angriffs auf einen Nato-Mitgliedstaat, obgleich die Bundesregierung erst kürzlich im Rahmen einer Kleinen Anfrage der Linksfraktion im Bundestag erklärte, dass es dafür keine Hinweise gebe.

Gerade macht die NOTAM-Ankündigung Russlands, während der Übung vor der Küste Norwegens in Höhe von Trondheim seinerseits vom 1. Bis 3. November eine Übung der Marine abzuhalten und Raketen abzufeuern. Stoltenberg wiegelt ab. Die Russen würden in internationalem Gewässer üben und hätten die Nato letzte Woche normal informiert. Es gebe große Einheiten der russischen Marine, die hier auch öfter Übungen durchführen. Man werde die Übung aber genau beobachten. Es liegt natürlich auf der Hand, dass sich eine Provokation auf die andere reagiert. So hatte das russische Verteidigungsministerium zum Start der Nato-Übung gesagt, sie sei klar anti-russisch und würde die Situation destabilisieren. Aber das ist mittlerweile wieder gewohnte wechselseitige Rhetorik, die man aus dem Kalten Krieg kennt.

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