nach-der-revolution

01-11-18 01:30:00,

Im Viertel um den Asan-Platz in Kathmandu gibt es einen Markt. Dorthin fährt die ganze Stadt zum Einkaufen. Kleine Läden für Gemüse, Gewürze, Haushaltswaren und bunte Frauenkleider gibt es hier. Friseure und Schuhmacher bieten ihre Dienste an. In den engen Gassen gibt es uralte hinduistische und buddhistische Tempel und Statuen. In diesem Viertel geben aber nicht die Touristen den Ton an, sondern die einfachen Leute.

Abends kommt man in dem Menschenstrom rund um den Asan-Platz nur langsam voran. Motorradfahrer schlängeln sich auf ihren knatternden Maschinen durch das Gewimmel. Man möchte protestieren. Doch als ich mich umblicke, sehe ich, dass die Zweiräder Niemanden zu stören scheinen.

Eine U- oder Straßenbahn gibt es in Katmandu nicht. Es gibt nur Busse und Taxis. Das ist für eine Stadt mit fast einer Million Einwohnern erstaunlich. Aber irgendwie funktioniert alles. Und je länger ich in Kathmandu bin, desto mehr genieße ich die Ruhe, mit der die Menschen hier leben.

Am zweiten Tag notiere ich in mein Tagebuch: „Die Leute scheint der Staub und der Lärm nicht zu stören. Sie strömen zielgerichtet irgendwohin. Auf den Bürgersteigen drängen sich die Menschen dicht an dicht. Aber sie wirken gelassen und scherzen sogar.“

In Kathmandu leben fast eine Million Menschen. Auf den mehrspurigen Straßen der Hauptstadt von Nepal herrscht dichter Verkehr. Die Stadt liegt auf 1.300 Meter Höhe zwischen grün bewachsenen Bergen in einem Talkessel. Der Smog kann nur schwer abziehen. Wegen der Staubwolken, und auch um sich vor Bakterien zu schützen, tragen viele Menschen Masken oder Tücher vor dem Mund. An die Masken, die es in einfacher, aber auch in sehr gut ausgearbeiteter Ausführung gibt, scheinen sich die Leute gewöhnt zu haben.

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Das Altstadtviertel Bakhtapur, Foto: Ulrich Heyden

In der Hauptstadt von Nepal sieht man vor allem einfach gebaute, mehrstöckige Wohnhäuser aus Beton. Nur in Bakhtapur, einem am östlichen Stadtrand gelegenen Viertel, fühlt man sich in die Jahrtausende alte Geschichte des Landes zurückversetzt. Straße um Straße sieht man hinduistische Statuen und Pagoden, die sich mit ihren geschachtelten Dächern in den Himmel recken. In diesem Viertel gibt es keine Häuser aus Beton. Hier wurde mit Holz und Ziegelsteinen gebaut. Alles ist im alten Stil erhalten. Einige Gebäude, die unter dem Erdbeben 2015 gelitten haben, werden zurzeit wieder aufgebaut.

An Grünflächen herrscht im dicht bebauten Kathmandu großer Mangel.

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