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01-11-18 01:45:00,

Mehr als 50 Kriegsschiffe, 250 Kampfjets, 10.000 Einheiten Kriegstechnik und 50.000 Soldaten – eine dermaßen große Nato-Übung kannte Nordeuropa seit dem Kalten Krieg nicht mehr.

Am Donnerstag startet in Norwegen die aktive Phase des Manövers „Trident Juncture 2018“ unter Beteiligung von 29 Ländern. Zudem genießt die Allianz Unterstützung seitens Schwedens und Finnlands.

Horden aus dem Norden

Das Nato-Manöver wird bis 7. November dauern – zu Wasser, zu Lande und in der Luft. Der Umfang ist beeindruckend: der mittlere und östliche Teil Norwegens, die benachbarten Gebiete des Nordatlantiks, Belte und Sunde, das Norwegische Meer und die Nordsee, Island sowie der Luftraum Schwedens und Finnlands. Das Kommando hat US-Admiral James Foggo.

Laut dem Szenario der Übung ist das friedliche Norwegen einer militärischen Aggression seitens des fiktiven nördlichen Landes „Murinus“ ausgesetzt.

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AFP 2018 / Jonathan Nackstrand

Die „Murinus“-Kräfte bzw. „Kräfte des Nordens“ werden von den norwegischen, kanadischen und schwedischen Streitkräften sowie von US-amerikanischen Marineinfanteristen gespielt. Auf dem Meer genießt die Gruppierung Unterstützung von der kanadischen, dänischen, norwegischen, polnischen, britischen und US-Marine. Zwecks Teilnahme an der Übung befindet sich in diesem Raum ein Schiffsverband um den US-Flugzeugträger „Harry S. Truman“.

Der Aggression seitens „Murinus“ widerstehen die vereinigten „Kräfte des Südens“, vertreten durch Marineinfanteristen aus Belgien, Großbritannien, Deutschland, Dänemark, Spanien, Kanada, Lettland, Litauen, Norwegen, Portugal, Finnland, Frankreich, Schweden und den Niederlanden. Die Rolle des Volksheeres spielt die norwegische Nationalgarde. Auf dem Wasser geben ihnen zwei Marinegruppierungen der Nato Deckung – SNMG1 und SNMG2 –, unterstützt von einer Gruppe von Minensuchschiffen.

Nach der Abwehr des ersten „Angriffs“ werden die Seiten die Rollen tauschen: Die „Kräfte des Südens“ werden einen Gegenangriff starten, während sich die „Kräfte des Nordens“ wehren werden. Die Nato-Führung macht kein Geheimnis daraus, dass das Hauptziel des Manövers ist, die schnelle Verlegung von größeren Truppenverbänden über den Atlantik sowie innerhalb Europas zu üben. Wichtig ist auch, im Hohen Norden bei niedrigen Temperaturen zu trainieren.

„Das ist eine sehr gute Möglichkeit für Norwegen, den Empfang eines großen Umfangs von ausländischen Kräften zu üben und gemeinsam mit seinen Verbündeten und Partnern zu kooperieren“, sagte die norwegische Verteidigungsministerin Ine Marie Eriksen Søreide.

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Die Nato-Übung ist ziemlich kostspielig: Allein für die Verlegung von Truppen und Technik waren 180 Flüge nötig.

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