Was Steuerparadiese mit Umweltverbrechen zu tun haben

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01-11-18 07:47:00,

Daniela Gschweng / 01. Nov 2018 –

Ob illegaler Fischfang oder Abholzung des Regenwaldes, Steueroasen helfen dabei.

Steuerparadiese ermöglichen es Akteuren, bei Umweltverbrechen unerkannt zu bleiben, oder sie tragen zumindest zur Verschleierung umweltfeindlicher Aktivitäten bei. Zu diesem Schluss kommen die Autoren von «Tax heavens and global environmental degradation», über die unter anderen der «Guardian» berichtete. Die Studie zeigt auf, wie die Überfischung der Meere und die Abholzung des Amazonasregenwalds durch Steueroasen begünstigt werden.

Die Untersuchung der Rolle, die Steueroasen in Bezug auf Umwelt und Klima haben, stehe noch am Anfang, schreiben die Autoren. Dabei geht es nicht nur um Geld. Auch in der internationalen Fischerei kann es nützlich sein, die eigene Identität zu verheimlichen oder eine andere anzunehmen. Schiffsbesitzer bedienen sich dazu der Ausflaggung, die es dem Eigentümer erlaubt, sein Schiff unter anderer Flagge fahren zu lassen als der des Heimatlandes des Eigentümers (siehe Kasten). Das ermöglicht, strengen Regulierungen auszuweichen. Das Schiff hisst die Flagge eines Steuerparadieses. Wer wo wieviel Fisch fängt und an wen er verkauft, ist so schwer nachzuvollziehen.

Unter der Flagge des Steuerparadieses

Mehr als 30 Prozent der kommerziellen Fischgründe sind überfischt. Einen grossen Anteil daran haben illegale, nicht gemeldete und unregulierte Fischereiaktivitäten, kurz IUU (illegal, unreported, unregulatet fishery). Zwischen 11 und 26 Millionen Tonnen illegal gefischten oder zumindest nicht gemeldeten Fangs werden schätzungsweise jedes Jahr aus den Meeren gezogen. Damit verbunden sind oft andere illegale Aktivitäten wie Bestechung, Betrug und Schmuggel.

Ausflaggung («Flags of Convenience»)

Um Kosten zu sparen, melden Reeder ihre Schiffe bei der Ausflaggung in anderen Ländern an. Etwa, weil dort die Steuersätze niedriger, die «Heuer», also die Gehälter der Seeleute, günstiger und/oder die Regulierungen weniger streng sind. Um eine Zulassung zu bekommen, reicht in manchen Ländern schon eine Briefkastenfirma im betreffenden Staat. So kann ein Reeder aus den Niederlanden seine Schiffe unter panamaischer Flagge fahren lassen. «Flags of Convienience», wie diese Operation auf Englisch heisst, werden deutsch oft als «Billigflaggen» bezeichnet. Für die Länder, die die offene Schiffsregistrierung anbieten, ist diese oft eine wichtige Einkommensquelle. Die BBC erklärt das in diesem Artikel von 2014 am Beispiel von Panama. Möglichkeiten, Verstösse gegen internationales Recht oder beispielsweise auch Unfälle zu untersuchen, haben diese Länder oft nur in geringem Masse.

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