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04-11-18 09:04:00,

Bild: Memory Catcher / CC0

  1. Verlorenes Ackerland – Boden unter Beton

  2. Wachsender Widerstand unter Bauern


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Boden ist ein wertvolles Gut. Doch Grünland und Ackerböden – meist verbal zu “Flächen” herabgestuft – schrumpfen dramatisch

In Deutschland gehören rund 29 Millionen Hektar Acker, Wiesen und Wald zur Land- und Forstwirtschaft, das sind 81 Prozent der Gesamtfläche. Der größte Teil davon – 11,8 Millionen Hektar – wird als Ackerland bewirtschaftet. Das Dauergrünland umfasst etwa 4,7 Millionen Hektar.

Während die für Bebauung und Verkehr genutzte Fläche von 1992 bis heute um 1,05 Millionen auf 5,1 Millionen Hektar angewachsen ist, ist die Landwirtschaftsfläche im selben Zeitraum um rund 1.247.000 Hektar geschrumpft, heißt es im Situationsbericht des Deutschen Bauernverbandes (DBV) von 2017/18. Bedingt durch den Ausbau von Siedlungen, Einkaufs- und Logistikzentren und sonstige Verkehrsinfrastruktur gehen täglich 62 Hektar Land – eine Fläche von rund 90 Fußballfeldern – verloren.

Die Versiegelung der Böden

Die fortschreitende Versiegelung von Boden für Straßen, Parkplätze, Wohn-, Industrie- und Gewerbegebiete zerstört nicht nur dessen natürliche Funktionen. Versiegelter Boden kann auch kein Wasser mehr aufnehmen und zwischenspeichern.

Bei Starkregen hingegen wird das Wasser schneller in Flüsse abgeleitet, so dass die Gefahr von Hochwasserspitzen zunimmt. Prof. Jan Siemens von der Uni Gießen sieht darin ein großes Problem. Gerade die Wasserspeicherfunktion des Bodens sei wichtig, um immer länger werdenden sommerlichen Trockenperioden zu überstehen, so der Bodenkundler im Interview mit der ARD.

Dabei ist man sich der Problematik auf Regierungsseite durchaus bewusst. Der Boden sei “natürliche und unentbehrliche Lebensgrundlage”, heißt es auf den Seiten des Hessischen Umweltministeriums. Zahlreiche Hinweise, Strategien und Leitlinien fordern zu mehr Bodenschutz bei Baumaßnahmen auf.

Doch angesichts der alltäglichen Bodenversiegelung lesen sich diese Sätze wie unverbindliche Empfehlungen. Auch das Bundes-Bodenschutzgesetz ist vergleichsweise allgemein gehalten. Zudem gilt es grundsätzlich nur dann, “soweit andere Gesetze, wie zum Beispiel das Baurecht, Einwirkungen auf den Boden nicht regeln”.

Invasion der Lagerhallen

In Hessen werden täglich drei Hektar Land zugebaut, das sind knapp 1100 Hektar im Jahr. An der Autobahn A4 bei Bad Hersfeld zum Beispiel wird seit Ende der 1990er Jahre ein Gewerbegebiet nach dem anderen errichtet.

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