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04-11-18 09:45:00,

4. November 2018 um 11:45 Uhr | Verantwortlich:

„Wie man es dreht und wendet: Gegen Armut hilft Geld“

Veröffentlicht in: Audio-Podcast, Hartz Gesetze, Interviews, Ungleichheit, Armut, Reichtum

Ulrich Schneider

„Der Familienausgleich muss vom Kopf auf die Füße gestellt werden, die Regelsätze auch für die Eltern in Hartz IV müssen erhöht werden.“ Das sagt Ulrich Schneider im Interview mit den NachDenkSeiten. Der Geschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes ist der Auffassung, dass das Bildungs- und Teilhabepaket ein „Bürokratiemonster“ ist und es an der „bedrückenden Situation“ von Kindern aus armen Familien nichts ändere. Schneider betont wie notwendig ein „umfassendes Maßnahmepaket“ sei, das Armut gezielt in den Familien bekämpfe. Von Marcus Klöckner.

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Herr Schneider, der Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB) hat vor kurzem gesagt: „Das Bildungs- und Teilhabepaket stigmatisiert Kinder, weil es sie immer wieder dazu zwingt, sich in Schule und Freizeit als arm zu outen.“
Mit dem Bildungs- und Teilhabepaket scheint es einige Probleme zu geben, oder?

Auf jeden Fall hält es nicht, was der Name verspricht. Nach wie vor wachsen Millionen von Kindern und Jugendlichen in unserem reichen Land in Armut auf und erfahren Ausgrenzung und Mangel Tag für Tag als Normalität, statt eine unbeschwerte Kindheit genießen zu dürfen. Die Einladung zur Geburtstagsparty muss ausgeschlagen werden, weil man sich kein Geschenk leisten kann, Reisen sind nicht drin, oft nicht einmal die Kugel Eis im Freibad. Das Bildungs- und Teilhabepaket hat an dieser bedrückenden Lebenssituation armer Kinder kaum etwas geändert. Statt für echte Teilhabe und Perspektiven für jedes Kind zu sorgen, wurde ein Bürokratiemonstrum geschaffen.

Was hat die Studie im Zusammenhang mit dem Bildungs- und Teilhabepaket zu Tage gebracht?

Die Studie der Paritätischen Forschungsstelle zeigt: Das Bildungs- und Teilhabepaket ist gefloppt und läuft in der Praxis weitgehend ins Leere. Aus der Praxis unserer Einrichtungen und Träger wussten wir bereits um die vielerorts schwierige Umsetzung. Für die so genannten „soziokulturellen Teilhabeleistungen“ haben wir das nun konkret überprüft. Wir haben dabei auf Daten zurückgegriffen, die die Kommunen als Träger des Bildungs- und Teilhabepaketes an die Bundesagentur für Arbeit übermitteln.

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