eu-will-ki-system-als-lugendetektor-fur-grenzkontrollen-einsetzen

05-11-18 07:26:00,

Logo des iBorderCtrl-Projekts

Das iBorderCtrl-System wird nun in Ungarn, Griechenland und Lettland getestet, Reisede werden damit bereits vor der Ankunft überprüft

Es war eine Reaktion auf den Flüchtlingsstrom 2015, warum die EU 2016 im Rahmen des Forschungsprogramms Horizon 2020 4,5 Millionen Euro für die Entwicklung eines neuen Grenzkontrollsystems bereitstellte. Das Intelligent Portable Border Control System soll ein intelligentes und tragbares System zur Sicherung der Landgrenzen sein, das Kontrollen beschleunigt. Daneben wurde die Entwicklung von Radarsystemen zur Meeresüberwachung über große Entfernungen, einen Scanner, der automatisch innen und außen versteckte Dinge erkennen kann, ein biometrisches Erkennungssystem oder ein System zur Erkennung und Verfolgung von tieffliegenden Drohnen.

Das intelligente Grenzkontrollsystem für nicht EU-Bürger setzt, man will ja mit der Zeit gehen, auch auf Künstliche Intelligenz, und integriert biometrische Identifizierung, automatisierte Täuschungsentdeckung, Authentifizierung von Dokumenten und kumulierte Risikobewertung (Flyer). Es besteht aus zwei Stufen, womit der faktischen Kontrolle an der Grenze schon vor Antritt der Reise eine erste Prüfphase vorhergeht. Es soll also schon präventiv gehandelt werden. Vorausgesetzt wird (noch), dass der Reisende in Erfassung und Verarbeitung der eingegebenen und erhobenen Daten einwilligt.

Reisende in die EU müssen sich vor der Reise nicht nur registrieren und persönliche Daten, Reisedokumente und Fahrzeugdaten eingeben, sie müssen auch ein kurzes Gespräch – eigentlich ein Verhör – mit einem Avatar führen, der wie ein Lügendetektor die Antworten auf Fragen etwa nach dem Reiseziel oder was sich im Gepäck befindet auf Wahrhaftigkeit prüft und die angegebenen Daten mit der Datenbank abgleicht, also mit etwaigen vorliegenden Informationen über den Reisenden, aber auch mit externen Systemen wie SIS II und offenen Daten. Das KI-basierte System gibt dann eine Risikoabschätzung an. Der Avatar richtet sich in Aussehen und Verhalten nach dem Geschlecht, der ethnischen Herkunft und der Sprache des Reisenden.

Im Frage-Antwort-Spiel prüft das KI-System anhand der Beobachtung von 38 Mikrogesten, ob der Befragte lügt, täuscht oder unsicher ist. Solche Mikrogesten bzw. Minigesichtsausdrücke, die Menschen nur schwer erkennen, sind auch schwer oder nicht zu kontrollieren. Die Theorie stammt von dem Psychologen Paul Ekman, der ein Klassifikationssystem für emotionale Gesichtsausdrücke ausgearbeitet hat. Die 43 Gesichtsmuskeln können an die 10.000 unterschiedliche Gesichtsausdrücke erzeugen, von denen nach Ekman 3.000 bedeutsam sein sollen. Das KI-Programm wertet also nur einen Bruchteil der möglichen Kleinst-Gesichtsausdrücke aus.

 » Lees verder