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05-11-18 08:39:00,


Aufnahme eines Wahllokals während der Präsidentenwahlen © cc

Urs P. Gasche / 05. Nov 2018 –

Für die Mehrheit im Repräsentantenhaus müssten die Demokraten einen Erdrutschsieg mit 7 bis 11 Prozentpunkten Vorsprung erreichen.

Den Russen wird vorgeworfen, via Facebook und Twitter auf Wahlen in den USA Einfluss genommen zu haben. Diese russische Einmischung wurde massiv aufgebauscht.

Im Vordergrund stehen müssten massive Ungereimtheiten in den USA selber, welche das Wahlresultat auch der jetzigen Zwischenwahlen erheblich verfälschen.

Mehr Stimmen von Wählenden genügen nicht

Wegen manipulativer Abgrenzungen von Wahlkreisen, erhöhten Hürden für die Registrierung als Wählerinnen und Wähler, welche vorwiegend viele Schwarzen, Arme und Minderheiten von den Wahlen ausschliesst, müssten die Demokraten in den Zwischenwahlen diese Woche sieben bis elf Prozentpunkte mehr Stimmen erhalten als die Republikaner, nur um die Mehrheit der Sitze im Repräsentantenhaus zu erringen.

Zu dieses Schluss kommt eine Analyse, die Christopher R. Browning, pensionierter Professor für Geschichte an der University of North Carolina, in der neusten Ausgabe der «Blätter für deutsche und internationale Politik» veröffentlichte.

Veränderte Abgrenzungen von Wahlkreisen

Browning spricht von «manipulativen Wahlkreiszuschnitten», sogenanntes «Gerrymandering», das den Republikanern einen «systemischen Vorteil» bringe.

Gerrymandering (Wahlkreisschiebung)

Eigentlich hat Blau hier mehr Stimmen. Bei geschickter Aufteilung der Wahlkreise gewinnt rot aber zwei Drittel davon. Gerrymandering bezeichnet wie erwähnt die Praxis, Wahlkreise von ihrem Zuschnitt her so zu definieren, dass eine Partei dadurch Vorteile hat. Dazu gehört beispielsweise die Zusammenfassung oppositioneller Stimmen in einem oder wenigen Wahlkreisen, die Verteilung von lokal dominanten Minderheiten oder die «Verlegung» von Kandidaten mit Wohnsitzpflicht in einen anderen Wahlkreis. In einem Wahlsystem, in dem die pro Partei gewonnenen Wahlkreise gezählt werden wie in den USA, verfallen dann alle Stimmen der unterlegenen Partei. (Bild: Wikipedia)

Die gezielten Verschiebungen von Wahlkreis-Abgrenzungen haben nach Berechnungen Brownings dazu geführt, dass ein republikanischer Abgeordneter im Repräsentantenhaus oder im Senat durchschnittlich nur 2,51 Millionen Menschen vertritt, eine demokratische Abgeordnete oder ein demokratischer Abgeordneter dagegen 3,65 Millionen Menschen.

Der Oberste US-Gerichtshof hat Urteile von Obersten Gerichten von Bundesstaaten aufgehoben, welche Exzesse von Wahlkreisverschiebungen einschränken wollten: «Es ist zu befürchten,

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