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07-11-18 03:50:00,

Am 29. Oktober veröffentlichte ein anonymer „Ruhrbaron“ – Psiram lässt grüßen – beim gleichnamigen Blog die „Meldung“ „München: Querfront gegen Israel“.

Grund ist die Veranstaltung „Israel, Palästina und die Grenzen des Sagbaren“ am 7. November an der LMU in München. Veranstalter ist Kommunikationswissenschaftler Professor Dr. Michael Meyen, beziehungsweise dessen Lehrbereich. Meyen beging vor kurzem den Fauxpas, Ken Jebsen ein Interview zu geben. Entsprechend enthält der Artikel den üblichen mit Halbwahrheiten getränkten „Copy-Paste“-Absatz über Jebsen.

Doch darum soll es hier nicht gehen. Diesmal haben wir vom Rubikon ebenfalls Liebesgrüße aus dem Ruhrgebiet bekommen. Uns wurde ein gesamter Absatz gewidmet, da unsere Autoren Rolf Verleger und Nirit Sommerfeld Mitinitiatoren des „Bündnis zur Beendigung der israelischen Besatzung“ sind. So heißt es bei den Ruhrbaronen:

„Gegründet wurde das ‚Bündnis zur Beendigung der israelischen Besatzung‘ (…) u. a. von der Münchner Aktivistin Nirit Sommerfeld (…) und dem Autoren Rolf Verleger, der wie Sommerfeld für das verschwörungstheoretisch aufgeladene Anti-Establishment-Portal ‚Rubikon‘ schreibt. (…) Für das Portal ‚Rubikon‘ schreibt auch regelmäßig Professor Michael Meyen (…). Bei ‚Rubikon‘ handelt es sich um ein Online-Magazin, in dessen Redaktionsbeirat u. a. Daniele Ganser sitzt. Ganser ist in der Vergangenheit durch ein Gespräch mit dem Rechtsextremisten Karl-Heinz Hoffmann über das Oktoberfestattentat, einem Interview für die Blaue Narzisse, einem Magazin der Neuen Rechten, oder Verschwörungstheorien hinsichtlich des Anschlags auf Charlie Hebdo und der angeblichen Besetzung Deutschlands durch die USA aufgefallen. Auf ‚Rubikon‘ werden darüber hinaus Artikel veröffentlicht, die die Existenz von AIDS leugnen oder die aufgeschlossene Lektüre von ‚Mein Kampf‘ empfehlen. Es werden von Autoren Verschwörungstheorien zu 9/11 breitgetreten, die an anderer Stelle die Linke zur Zusammenarbeit mit der radikalen Rechten aufrufen.“

Decodieren wir diese Liebeserklärung, fällt zunächst die Anzahl der Begriffe auf, die sich aus dem Wortstamm „Verschwörungstheorie“ ableiten. Sechs mal werden Kampfbegriffe wie Verschwörungsdenken, verschwörungstheoretisch etc. verwendet. Rainer Mausfeld, Professor für Kognitionswissenschaft und allgemeine Psychologie, definiert diesen Begriff wie folgt:

„Der politische Kampfbegriff der Verschwörungstheorie lässt sich kurz abhandeln. Er ist ohne jede ernsthafte intellektuelle Substanz und erschöpft sich weitgehend in seiner ideologischen Verwendung als Diffamierungsbegriff.“

Stichhaltig definiert! Die Verwendung dieses Wortes, um andere zu diskreditieren, ist somit jedes Mal ein intellektuelles Eigentor. In diesem Falle steht der Punktestand der Ruhrbarone bei sechs solcher Tore.

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