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08-11-18 04:28:00,

Sie kennen alle, doch kaum jemand kennt sie: Datenhändler wie Acxiom und Oracle horten Informationen über Milliarden Menschen weltweit und verkaufen sie an alle, die dafür zahlen. Ohne das Geschäft dieser unbekannten Riesen würde der Datenkapitalismus in seiner heutigen Form nicht funktionieren. Auch Millionen Deutsche stecken in ihren Datenbanken – ohne ihre Erlaubnis gegeben zu haben oder Bescheid zu wissen. Die britische Nichtregierungsorganisation Privacy International (PI) hat heute bei Datenschutzbehörden Beschwerde gegen sieben Größen dieser Branche eingelegt.


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Die digitale Grundrechtsorganisation wirft insgesamt sieben Firmen vor, gegen die Datenschutzgrundverordnung zu verstoßen. Sie alle sammeln in großem Stil persönliche Daten aus unterschiedlichsten Quellen und führen diese in individuellen Profilen zusammen. So fließen Informationen aus allen Lebensbereichen zu einem umfassenden Bild zusammen: Online- und Offline-Einkaufsverhalten, Einkommenssituation, Browserverläufe, Hobbies und Interessen, Beruf, Gesundheit, Sozialleben. Dabei handeln die Firmen nicht nur mit den gesammelten Daten, sondern auch mit den Schlüssen, die sie daraus über ihre Datensubjekte ziehen: Lebenssituation, Persönlichkeit, Kreditwürdigkeit. Zu den Kunden gehören andere Unternehmen, Einzelpersonen und Regierungen – ein Milliardengeschäft.

Während mit Acxiom und Oracle zwei allgemeine Datenhändler zu den beklagten Unternehmen gehören, sind die anderen fünf in den Bereichen Werbung und Kreditscoring tätig: Criteo, Quantcast und Tapad sind darauf spezialisiert, Systeme und Informationen für das Zuschneiden von Online-Werbung zu liefern, sogenannten Ad-Tech-Firmen (Werbetechnologie-Firmen). Equifax und Experian sind als Kreditauskunfteien tätig und berechnen aus ihren Daten Vertrauenswerte über Verbraucher. Sie können beispielsweise darüber entscheiden, ob und zu welchen Konditionen Menschen einen Kredit bekommen. PI-Juristin Ailidh Callander erklärt, dass Ziel der Kampagne sei es, diese mächtige und undurchsichtige Branche zu Verantwortung zu ziehen:

Die Branche basiert auf der Ausbeutung persönlicher Daten. Die meisten Menschen haben wahrscheinlich noch nie von diesen Unternehmen gehört, und doch sammeln sie so viele Daten wie möglich über uns und erstellen komplexe Profile über unser Leben. Die DSGVO setzt dem Missbrauch personenbezogener Daten klare Grenzen und gibt den Regulierungsbehörden Zähne – jetzt ist an der Zeit, sie zu nutzen, um diese Unternehmen zur Rechenschaft zu ziehen

Keine valide Rechtsgrundlage

Privacy International hat nun offizielle Beschwerden bei den Aufsichtsbehörden Großbritanniens, Irlands und Frankreichs eingelegt, weil die Profilbildung und der Datenhandel der Firmen gegen die seit Mai 2018 wirksame Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) verstoße.

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