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8. November 2018 um 12:11 Uhr | Verantwortlich:

Sollen Sie sich doch einmal Auszeit gönnen! Die Idee des „Grundeinkommensjahres“ zeigt, wie weit die SPD sich mittlerweile von den Menschen entfernt hat

Veröffentlicht in: Das kritische Tagebuch

Jens Berger

Die jüngsten Umfragen legen nahe, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis die SPD auch von Linken und FDP überholt wird und ihren Weg in Richtung außerparlamentarische Opposition fortsetzt. Unzählige Male haben wir auf den NachDenkSeiten mögliche Auswege aufgezeigt, die jedoch von der Partei offenbar nicht wahrgenommen werden. Stattdessen tritt man mit einer Schnapsidee nach der anderen an die Öffentlichkeit. Nun will die SPD mit einem „Grundeinkommensjahr“ punkten, bei dem Arbeitnehmer sich ein Jahr Auszeit nehmen können. Finanzieren soll dies der Steuerzahler. Fragt sich nur, welcher Arbeitnehmer sich eigentlich ein Jahr frei nehmen kann und dann mit 1.000 Euro im Monat auskommt. Anstatt die wirtschaftlichen und sozialen Probleme der Opfer ihrer Politik anzugehen, verhöhnt die SPD die Menschen anscheinend lieber. Von Jens Berger.

Lars Klingbeil weist eine Vita auf, wie sie für „moderne“ Jungpolitiker nicht unüblich ist. Neben Schule, Zivildienst und Studium war Klingbeil bereits seit seiner Jugend bei den Jusos aktiv. Als Student wurde er von der Partei großzügig mit einem Stipendium der Friedrich-Ebert-Stiftung und einem Nebenjob im Wahlkreisbüro von Gerhard Schröder bedacht. Nach einem kurzen Intermezzo als Nachrücker im Bundestag verblieb er im Dienst der Partei und zog dann 2009 selbst als MdB in den Bundestag ein. Nebenbei verdient sich Klingbeil als Rüstungslobbyist seine Sporen. Über eine „echte“ Berufserfahrung verfügt der heutige SPD-Generalsekretär nicht. Wie es draußen, abseits des Berliner Polit- und Hauptstadtzirkus im „echten Leben“ aussieht, dürfte für einen Berufspolitiker wie Lars Klingbeil nur schwer zu fassen sein. Wer unter der Käseglocke des Regierungsviertels gefangen ist und sich innerhalb einer abgeschotteten Echokammer von Gleichgesinnten sozialisiert, kann schon mal schnell die Bodenhaftung verlieren. Nur so lässt sich erklären, wie Klingbeil überhaupt auf die Idee kommt, mit der irrwitzigen Idee eines Grundeinkommensjahres der SPD wieder ein sozialpolitisches Profil zu geben.

Um was geht es? In einem Interview mit der ZEIT umriss Lars Klingbeil gestern die Idee eines „Grundeinkommensjahres“ – Arbeitnehmer sammeln pro Arbeitsjahr einen Monat Anspruch auf ein Grundeinkommen an,

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