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09-11-18 07:31:00,

In Berlin hat die Sammlungsbewegung „Aufstehen“ mit mehr als 1000 Teilnehmern demonstriert. Vor dem Brandenburger Tor ging es um das Ende des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren, die anschließende Novemberrevolution, um den Mauerfall vor 29 Jahren und darum, was diese historischen Ereignisse mit den Verhältnissen jetzt in Deutschland zu tun haben.

Die Veranstalter von „Aufstehen“ wussten um den logistisch heiklen Termin, an einem Freitag zur Mittagszeit zu einer Demonstration aufzurufen. Deshalb klopften sie sich und den schätzungsweise mehr als 1.000 Teilnehmern mehrfach virtuell auf die Schultern, dass doch „so viele“ vor das Brandenburger Tor gekommen waren.

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Sputnik / Andreas Peter

Sammlungsbewegung „Aufstehen“

Immerhin kann „Aufstehen“ nun damit rechnen, dass in viele Teile der Welt ihre Botschaften versandt werden. Ausländischen Touristen sei Dank. Zwar musste ihnen zunächst erklärt werden, wer denn diese schöne Frau sei, die da von mehreren argwöhnisch dreinschauenden Leibwächtern gut abgeschirmt wurde, aber nach einem „Aha“ und „Wow!“ wurden die „Selfie-Sticks“ und Videokameras herausgeholt und für die Freunde und Familien in Tokio, Buenos Aires und Sydney aufgezeichnet, was hierzulande für nicht wenige ein Ärgernis ist.

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Sputnik / Ilona Pfeffer

Der Bundestagsabgeordnete Dieter Dehm, von der Partei Die Linke, glaubt auch zu wissen warum. Er mutmaßte auf der Bühne am Brandenburger Tor, dass die Frontfrau der Bewegung „Aufstehen“, Sahra Wagenknecht, deshalb so heftig kritisiert werde, weil sie „eine brillante Imperialismuskritikerin“ sei. Andere Redner griffen weniger tief in die Kiste mit der Aufschrift „Lobhudelei“. Ludger Volmer, ehemaliger bündnisgrüner Staatsminister im Auswärtigen Amt, erklärte nüchtern, aber überzeugend, dass natürlich System dahinter stecke, Menschen mit der entnervenden Bewältigung ihres Alltages zu beschäftigen, was für Millionen Menschen ja auch blanker Überlebenskampf ist. Aber diese so abgelenkten Menschen zetteln natürlich keine Revolutionen an.

Beerdigung des Sozialismus als Gesellschaftsalternative begünstigte Rechtsruck

Der aus Dresden stammende Schriftsteller Ingo Schulz erinnerte an die enttäuschten Hoffnungen, die viele Ostdeutsche, aber auch Westdeutsche mit dem Mauerfall 1989 verbunden hatten. Schulz ist der Ansicht, dass das Erstarken rechtskonservativer bis rechtsnationaler Kräfte auch die Spätfolge eines undifferenzierten DDR- und Geschichts-Bildes ist. Denn mit der DDR wurde auch die Idee einer gesellschaftlichen Alternative zum Kapitalismus mit beerdigt.

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Auch die wie ein Popstar angekündigte und bejubelte,

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