die-gott-kanzlerin

10-11-18 02:30:00,

Damit nicht genug: Der vielmalige manipulative Aufmacher in den Nachrichten war eine simple Personalie: Friedrich Merz, Erzreaktionär, Atlantiker und Beutelschneider (2) par excellence, Pfauenfeder fürs Kitzeln am Zäpfchen — nach altrömischer Art, auf dass der Genießer sich übergeben und hernach ungehemmt weiteressen könne. Ja, ja, geschenkt, lieber Nachbar! Die damals bei Tische verwendeten goldenen Kotzkübelchen sind heutzutage nicht mehr gebräuchlich. Gedanken daran und an „irgendwas mit Pfau“ drängen sich aber auf, wenn der Name dieses Typen fällt.

Nährstoffgehalt des Informationsmenüs der ARD: null. Dafür erzielte es Spitzenwerte auf der nach oben offenen Propagandaskala. Und eignet sich damit bestens als Gradmesser für den Mangel an demokratischem Selbstbewusstsein der Qualitätsjournaille.

Na, lieber Nachbar, oller Soozi? Wie fühlst du dich heute? Jetzt, wo deine Partei es in der Hand hätte, dem Schrecken der Ära Merkel ein Ende zu setzen, wenn auch bei Strafe der Schrumpfung auf einstellige Stimmenprozente bei der nächsten Wahl? Hätte, hätte, Fahrradkette? Na klar doch, echte Soozis machen garantiert keinen Gebrauch von ihrer Chance, Merkel aus dem Amt zu kippen, gell? Intellektuelle Lichtgestalten wie der SPD-Abgeordnete Johannes Kahrs und sein „Seeheimer Kreis“ wären davon nicht so begeistert. Stimmt’s?

Wir kommen noch drauf zurück. Du aber komm erst mal rein, Gutester! Hier gibt’s was Gutes gegen politischen Bauchschmerz. Und das Versprechen: An Spekulationen rund ums Spitzenamt der CDU beteiligen wir uns nicht. Ist ja noch völlig offen, welche Typen und in welcher Formation im Dezember tatsächlich zur Wahl stehen. Es könnten ja einige von denen, die bereits „ihren Hut in den Ring geworfen“ haben, noch heiße Ohren beziehungsweise kalte Füße kriegen.

Es haben sich übrigens bisher zwölf Kandidaten gemeldet. Unsere öffentlich-rechtliche Manipulationsanstalt Tagesschau unterschlug das allerdings in eindrucksvoll distanzloser Parteilichkeit fürs Establishment eine volle Woche lang. Erst, als der CDU-Vorstand ein trickreiches Nominierungs-Verfahren festgelegt hatte, um die Kandidatenzahl zu reduzieren und unerwünschten Zufallsergebnissen vorzubeugen, sah sich die ARD-aktuell genötigt, die Kandidatenzahl einmal zu erwähnen. Sie verschwieg aber weiterhin, dass zum Beispiel der Marburger Unternehmer Andreas Ritzenhoff sowie der Bonner Juraprofessor Matthias Herdegen ihre Kandidatur schon angekündigt hatten, als von Merkels Verzicht noch keine Rede war. Beide sind nach wie vor im Rennen. „Kai aus der Kiste“ ist eine weitere Parteitags-Option.

Nicht mal ansatzweise zeichnet sich ab, wer welches politische Konzept zu haben behauptet. Bekanntlich verfügen Politiker meist über zwei davon: eins für Versprechen vor der Wahl und eins für die Agenda danach.

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