nachrichten-aus-absurdistan

10-11-18 02:27:00,

Am 13. Oktober 2018 fand in Wien eine von der Gruppe 42 veranstaltete Konferenz zum Thema „Wikipedia oder Wikihausen?“ statt, die sich mit der Frage auseinandersetzte, ob es gezielte Manipulation auf dem Online-Lexikon gibt. Dabei wurde zum einen festgestellt, dass sich die Wissensvermittlung in unterschiedlichen Sprachen unterschiedlich darstellt, zum anderen lassen sich in den allermeisten — vor allem naturwissenschaftlichen — Artikeln sehr zuverlässige Fakten finden.

Doch in manchen Themenbereichen scheinen sich AutorInnen in der Wikipedia durchgesetzt zu haben, die mehr der eigenen Ideologie folgen als dem Auftrag der objektiven Wissensvermittlung. Dabei halten sie sich scheinbar an die vorgegebenen Wikipedia-Regeln, doch wie jedes System hat auch dieses seine Schwachstellen, auch wenn diese nicht auf Anhieb leicht zu durchschauen sind.

Ich möchte hier ausschließlich von meiner persönlichen Erfahrung erzählen. Mir sind einige andere Fälle persönlich bekannt, in denen lebende Personen wissentlich, absichtlich und vorsätzlich durch Wikipedia-Artikel unterschwellig diffamiert werden. Auf den ersten Blick ist das gar nicht offensichtlich und auch bei näherer Betrachtung nicht gleich durchschaubar.

Wäre ich nicht selbst betroffen, wäre mir wohl gar nicht aufgefallen, dass in einem kleinen, unauffälligen Wikipedia-Artikel im Juni 2018 eine Nirit Sommerfeld beschrieben wurde, die offensichtlich eine wenig bedeutende Schauspielkarriere hinter sich hat und die sich nun politisch engagiert — angeblich in einer antizionistischen Bewegung. Außerdem hatte sie mal finanzielle Schwierigkeiten als Theaterleiterin, weshalb sie ihren Vertrag vorzeitig kündigte.

Kein Wort zu meiner Ausbildung am renommierten Mozarteum, keine Erwähnung meiner Film- und Theaterrollen, meiner langjährigen Autorentätigkeit oder gar meines tatsächlichen politischen Engagements. Zwei faktisch absolut richtige Details fanden sich dann doch: Mein Geburtsdatum und mein Wohnort.

Liest man den Eintrag über Wikipedia bei der Wikipedia selbst, erfährt man, dass diese eine freie Enzyklopädie ist, also ein kostenlos im Internet erhältliches Wissens-Lexikon, geschrieben „… durch freiwillige und ehrenamtliche Autoren“. Eine tolle Idee, wie ich immer gefunden und für die ich auch schon Geld gespendet habe: Wissen wird für alle zugänglich frei zur Verfügung gestellt. Wer etwas schreiben will, tut dies ehrenamtlich und muss belegbare Quellen angeben. Großartig.

Wikipedia ist ein ziemlich gut organisiertes, für Durchschnitts-User wie mich nicht leicht zu durchschauendes System mit einer Autoren-Hierarchie. Wie diese genau funktioniert, kann ich — noch — nicht sagen. Fest steht aber, dass AutorInnen mit höheren Befugnissen darüber bestimmen können, was wir über bestimmte Themen erfahren können — und was nicht.

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