springer-uber-den-rubikon

10-11-18 02:29:00,

Psiram wie auch die Ruhrbarone – darum wird es im Folgenden nämlich gehen – fühlen sich ganz offenbar in dieser Rolle als Assistenten der Wahrheit und des reinen Denkens sehr wohl. Damit sind sie in ihrem Selbstverständnis berufen, Andersdenkende an den Pranger zu stellen und das angesprochene Klientel, hier Studenten, zu disziplinieren. Beide Plattformen spielen sich gegenseitig die Bälle zu. Sie vergiften mit den verbreiteten Inhalten systematisch die Diskussionskultur und suchen schwerpunktmäßig und manisch nach antisemitischen Strömungen. Das nun ist gar nicht fein.

Interessant ist, dass die beiden Blogs (nicht das Psiram-Wiki), mit der unauffälligen Reichweite von ein paar hundert Zugriffen täglich, so relevant für die deutsche Wikipedia sind (a1). Wie auch Stefan Laurin und Sebastian Bartuschek, die sowohl für Psiram als auch für die Ruhrbarone tätig sind. Das gilt zudem für die freimütig zugelassenen Einzelnachweise und Querverweise für Psiram und die Ruhrbarone in der Wikipedia (1,2,3,4). Etwas, bei dem die Löschkommandos der deutschen Wiki-Admins anderswo rigoros zur Sache gehen. Im Falle der Ruhrbarone und Psirams ist man nicht so verbissen (5,a2).

Der Spiegel machte Erstere und das dahinter stehende Magazin kurz nach Einführung wohlwollend bekannt (6). Ganz so unabhängig sind sie ja vielleicht doch nicht. Ein wenig muss ich schon schmunzeln bei der Vorstellung, Medien wie Die Welt, Correctiv, Jungle World, Jüdische Allgemeine, Funke Mediengruppe, Cicero oder Welt am Sonntag würden meine schreibenden Dienste anfordern. Für sie schreibt dafür Stefan Laurin, Betreiber der Ruhrbarone (7,8). Massenblätter wie die TAZ stilisierten die Ruhrbarone später gar zu einem „investigativen Blog“. Der Mainstream huldigt also den Wahrheitswächtern – eine ganz bemerkenswerte Sympathie (9). Woher rührt diese Aufmerksamkeit, diese Werbung? Weil man – und zwar sichtbar – vernetzt ist, in Strukturen und im Denken.

Was mir die Ruhrbarone etwas sympathischer im Vergleich zu Psiram macht, ist die Hinterlegung eines Impressums auf deren Webseite. Was diesen Bonus wieder einreißt, ist die Tatsache, dass brisante Artikel als „Meldung“ getagt werden und damit, obwohl eindeutig konnotierend und manipulierend, auf die Angabe eines Autors verzichten. Nun gut, als verantwortlicher Betreiber der Ruhrbarone ist also Stefan Laurin für den im Folgenden untersuchten Text verantwortlich (10). Oder versteckt er sich hinter der Riege seines Autorenkollektivs? Was ich nicht weiß, kann ich erraten und ich rate, dass Beides zutrifft.

Wie absurd die Klassifizierung des Textes als Nachricht ist,

 » Lees verder