Wie sieht es in Brasilien wirklich aus? Analyse eines Interviews von KenFM mit Gaby Weber – www.NachDenkSeiten.de

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15-11-18 03:27:00,

Am 7. November 2018 haben die NachDenkSeiten hier auf ein Video mit einem Interview von KenFM mit Gaby Weber über die Wahl des neuen Präsidenten Jair Bolsonaro in Brasilien hingewiesen. Wir haben dabei dieses Interview nicht kommentiert. Wir sind von Lesern darauf aufmerksam gemacht worden, dass dies wohl nötig sei. In der Tat. Wir haben deshalb den NDS-Korrespondenten Frederico Füllgraf gebeten, das Interview vor allem auf sachliche Schwächen und Ungereimtheiten zu überprüfen. Das hat er getan. Das Ergebnis finden Sie unten. Zuvor noch eine Vorbemerkung: Ich finde es ganz und gar nicht lustig, Produkte von Medien zu kritisieren, denen wir uns eigentlich verbunden fühlen. Im konkreten Fall widerspricht das Interview jedoch dem Anspruch aufzuklären. Wir hatten das Interview verlinkt, leider ohne Kommentar, also müssen wir das hiermit nachholen. Albrecht Müller.

Zum Interview von KenFM mit Gaby Weber zur Wahl Jair Bolsonaros in BrasilienVon Frederico Füllgraf

  • Jebsens Vorstellung von Bolsonaro ab Minute 0:22 ist sehr eigenwillig und wird den Fakten nicht gerecht: „Gilt als skurriler Hinterbänkler…”.

    Kein Wort über Bolsonaros Hasstiraden (siehe: Jair Bolsonaro – Der Präsidentschaftskandidat der „Märkte” und des faschistischen Brasilien), sein Hohelied auf Folterer und Mörder der Militärdiktatur, geschweige denn über seine Androhung, 30.000 Oppositionelle müssten gekillt werden – eine völlig unzureichende Einführung von Jebsen, weder professionell noch akzeptabel.

  • Zu Webers Auftritt als Sprecherin des “Wir”

    Gaby Weber bedient sich mit ihrer Redewendung „Wir” eines höchst bedenklichen, journalistischen „Vertretungsanspruchs” bzw. „Kollektiv-Auftritts”. So ab Minute 1:10 im Interview: „wir haben 14 Jahre lang eine Regierung der PT, also der Arbeiterpartei gehabt”, usw.

    Wer ist “Wir”? In wessen “Namen” fühlt Gaby Weber sich berufen; als wessen “Vertreterin” maßt sich die Autorin an, aufzutreten; wer hat ihr eine “Vollmacht” zum Vortragen des Volksempfindens ausgestellt? Immer wieder wurde in Vergangenheit wie Gegenwart das vereinnahmende “Wir” von Politikern, aber auch Medien ge-, vor allem aber missbraucht, um bestimmte Stimmungen zu erzeugen. Nicht nur aus journalistischer Sicht verbietet sich deshalb dieses “Wir”.

  • Webers Unterschlagung der Tatsachen über die Regierungen Lula und Dilma Rousseff, Minute 1:27: „Ich zweifle nicht dran, dass Lula und die PT die Lebensbedingungen der Armen…wirklich verbessern wollten. Nur, die Tatsache, dass genau dieser Bolsonaro jetzt mit einer eindeutigen Mehrheit gewählt worden ist…”.
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