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19-11-18 11:42:00,

19. November 2018 um 8:45 Uhr | Verantwortlich:

Von der Pressefreiheit in der freien Welt

Veröffentlicht in: Medienkonzentration Vermachtung der Medien, Medienkritik, Strategien der Meinungsmache

Warum herrscht auf unserer Welt weiterhin so viel Ungleichheit? Steht die Menschheit am Rande der Selbstauslöschung? Warum begehren die „99 Prozent“ nicht gegen die „Eliten“, die „Herren der Menschheit“, wie Noam Chomsky sie einst nannte, auf? In seinem neuen Buch „Kampf oder Untergang!“, das gerade pünktlich zu Noam Chomskys 90. Geburtstag erschienen ist, spricht Chomsky genau über diese großen Fragen. Ein Auszug.

Mark Twain soll einst gesagt haben: »Dank Gottes Gnade besitzen wir in diesem Land drei unglaublich wertvolle Dinge: die Freiheit des Gewissens, die Freiheit der Rede und die Klugheit, keine der beiden jemals in Anspruch zu nehmen.«

In seiner unveröffentlichten Einleitung zu Animal Farm – gewidmet der »literarischen Zensur« im freien England – nannte George Orwell einen Grund für jene Klugheit, die Twain meinte. Es herrsche, so schrieb er, ein allgemeines, stillschweigendes Abkommen darüber, dass es nicht notwendig sei, bestimmte Tatsachen zu benennen. Dieses stillschweigende Abkommen bewirke eine »verschleierte Zensur« basierend »auf einer strengen Glaubenslehre, einer Sammlung von Ideen, die alle vernünftigen Menschen ohne jegliche Hinterfragung anerkennen«, und »jeder, der diese vorherrschenden Ideen in Frage stellt, wird mit überraschender Effizienz zum Schweigen gebracht« – sogar ohne »irgendein offizielles Verbot«.

Die Ausübung jener Klugheit können wir in freien Gesellschaften permanent beobachten. Exemplarisch hierfür ist die amerikanisch-britische Invasion des Iraks. Sie ist das Paradebeispiel einer Aggression ohne jeglichen glaubwürdigen Vorwand, das »höchste, internationale Verbrechen«, wie derartige Aktionen einst während der Nürnberger Prozesse definiert wurden. Es ist legitim zu behaupten, dass dies ein »dummer Krieg«, ein »strategischer Missgriff« oder – um es mit Barack Obamas Worten, die von der liberalen Presse besonders gelobt wurden, auszudrücken – sogar »der größte strategische Fehler in der jüngeren Geschichte der amerikanischen Außenpolitik« gewesen ist.

Doch all dies reicht nicht aus, um zu beschreiben, was die Invasion des Iraks tatsächlich gewesen ist, nämlich das Verbrechen des Jahrhunderts. Niemand würde sich sträuben, derartige Worte zu benutzen, wenn ein offizieller Feind ein solches oder sogar ein kleineres Verbrechen begangen hätte. Die vorherrschende Lehre ist gewiss auch nur schwer mit den Aussagen von historischen Figuren wie Präsident Ulysses S.

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