Journalisten im Dickicht des Dünkels – www.NachDenkSeiten.de

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20-11-18 07:35:00,

20. November 2018 um 14:45 Uhr | Verantwortlich:

Journalisten im Dickicht des Dünkels

Veröffentlicht in: Chancengerechtigkeit, Medienkritik, Soziale Gerechtigkeit, Ungleichheit, Armut, Reichtum

Wie unter einem Brennglas zeigt ein aktuelles Interview mit einer prominenten Journalistin die Ursachen für das Niveau der Berichterstattung vieler großer Medien: Ein aus dem eigenen Werdegang abgeleiteter verengter Redakteurs-Blick auf das Soziale. Ein Hang zur emotionalen Meinungsmache, der Neutralität als „absurd“ abtut – während Zuspitzung und Fake News bei den politischen Gegnern beklagt werden. Sowie das Betrauern einer Zeit, in der Fakten angeblich „noch gezählt“ hätten – während gleichzeitig die Empirie und der Wert der kalten Fakten diffamiert werden. Von Tobias Riegel.

Die Medienkritik hat sich in den letzten Jahren stark entwickelt. Auch wenn es noch nicht für die Mehrheit der Bürger gilt: Zahlreiche Menschen sind mittlerweile sensibilisiert und stehen der Berichterstattung der großen deutschen Medien distanziert gegenüber. Scharfe und fundierte Medienkritik ist gerechtfertigt und sie hat nichts mit den „Lügenpresse“-Rufen von Pegida gemein. Diese fundierte Kritik schlägt sich aber nicht in der Berichterstattung nieder. Darum wäre es trotz langsam um sich greifender Erkenntnis fatal, die Medienkritik als „abgeschlossen“ oder „überflüssig“ zu betrachten. Sie muss kontinuierlich fortgeführt werden. Interessante Ansätze zur Analyse und Blicke auf die Selbstsicht großer Medien liefert nun ein aktuelles und bedenkliches Interview mit Anja Reschke.

Anja Reschke ist eine unter Kollegen hoch geachtete Journalistin. Die Moderatorin der Sendungen „Panorama“ und „Zapp“ ist auch Leiterin der Abteilung Innenpolitik des NDR Fernsehens. Sie wurde in jüngerer Vergangenheit mit mehreren „wichtigen“ Medienpreisen geehrt. Vor allem seit einem Kommentar gegen „rechte Hass-Sprache“ im Internet im Jahr 2015 gilt sie als eine der Galionsfiguren des einst als „linksliberal“ beschriebenen Milieus.

„Gerechtigkeit liegt im Auge des Betrachters“

Man kann also mutmaßen, dass ihre Haltungen zur sozialen Gerechtigkeit und zu den Defiziten der deutschen Medienlandschaft sowie ihre Äußerungen zur medialen Selbstwahrnehmung exemplarisch für weite Teile des etablierten deutschen Journalismus stehen. Das ist sehr bedenklich. Denn man muss Reschkes Einlassungen zum Thema soziale Gerechtigkeit als entweder naiv oder grob verzerrend bezeichnen. Gerechtigkeit sei „nichts, was man absolut messen“ könne. Gerechtigkeit sei auch kein Zustand, den man herstellen könne, „sondern letztlich immer ein Gefühl.

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