Die Manipulation der Massen

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23-11-18 02:03:00,

Erinnert sich noch jemand daran, wie unsere Justizministerin Frau Barley sich in der Folge des Cambrige-Analytica-Skandals über Facebook empört hat und ankündigte, dass jetzt aber wirklich Maßnahmen ergriffen würden (1)? Hat jemand mitgekommen, ob danach tatsächlich etwas geschehen ist? Dass die der SPD angehörende Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli ihren Facebook-Account geschlossen hat, ist doch sicher eine Folge der Empörung von Frau Ministerin Barley. Ach nein, Frau Chebli hat ihn wegen einer Vielzahl von Hass-Nachrichten deaktiviert. „Mein Facebook-Account hat sich zu einem Tummelplatz für Nazis und Extremisten aller Couleur entwickelt“, sagte die SPD-Politikerin der Bild-Zeitung (2). Der Bild-Zeitung! Dem Fachblatt für Ausgewogenheit, Achtsamkeit und Rücksichtnahme.

Trotz der vielen Ankündigungen und der Fülle der von Facebook im öffentlichen Raum geschalteten Werbung hat sich bei Facebook nichts geändert: „Facebook löschte kurz vor den US-Wahlen hunderte oppositionelle Seiten. Begründung: ‚Politische Propaganda‘. Gleichzeitig sperrte Twitter damit verbundene Accounts. Ein Beispiel für Noam Chomskys ‚Manufacturing Consent‘“ (3). Wenn es Facebook oder Twitter nicht passt, werden Meinung und Information einfach unterdrückt. Die Nutzer haben praktisch keine Chance, die Löschung oder die Sperrung rückgängig machen zu lassen.

Selbstverständlich ist auch Google erneut auffällig geworden (4). Bei dem von Google betriebenen „sozialen“ Netzwerk g+ hat es ein Datenleck gegeben, von dem ungefähr 500.000 Nutzerinnen und Nutzer betroffen waren. Das Leck ist im März dieses Jahres gefunden worden und nach Angaben von Google sofort geschlossen worden. Informiert wurde die Öffentlichkeit aber erst im Oktober, Google teilte dabei auch gleich mit, dass g+ geschlossen wird. Die Nutzerinnen und Nutzer sollen doch sehen, wo sie bleiben. Leider ist auf g+ ein recht großer Anteil von Menschen unterwegs gewesen, den hätte klar sein können, dass man sich nicht mit einem Ausforschungskonzern einlässt. Deutlich geworden ist erneut, dass es Google nicht darauf ankommt, den Leuten einen Dienst anzubieten, es geht nur um ihre Daten.

Diesmal in Brasilien. Im Vorfeld der zweiten Runde der Präsidentenwahl wurden Millionen von WhatsApp-Nachrichten verschickt, die für den rechtsextremen Kandidaten Bolsonaro warben, der dann leider auch gewählt wurde. Die Empörung in der Qualitätspresse war doch sicher groß? Nein, es gab keine und auch keine russische Einmischung. Gewählt wurde ja der richtige Kandidat.

Die Aufzählung von Vorkommnissen könnte noch fortgesetzt werden und immer finden sich mehr oder weniger Menschen, die sich darüber empören. Oftmals wird die Empörung allerdings auf Facebook oder Twitter geäußert,

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