Wir sind Rubikon!

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01-12-18 09:48:00,

Im sozialen Leben können sich ganz unterschiedliche Prozesse entwickeln, wenn eine kritische Masse erreicht wird. Man konnte das beispielsweise bei Wikipedia beobachten: Als eine bestimmte Anzahl von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erreicht war, begann die Zahl der Artikel immer schneller zu wachsen. Ähnlich verlief die Entwicklung bei openstreetmap.

Wenn in einem Land genügend Menschen für die Arbeit an der Karte zusammenkommen, gelingt es, Angebote wie Google Maps deutlich hinter sich zu lassen. Es gelingt interessanterweise auch, Vandalismus, also bewusst falsche Einträge in die Karte, effektiv zu verhindern. Hier ein weiteres Beispiel für kollektive Unvernunft: Pokemon Go.

Um notwendige, positive Veränderungen herbeiführen zu können, fehlt die kritische Masse gegenwärtig an vielen Stellen: Die Friedensbewegung dümpelt trotz der dramatischen Gefahr eines dritten Weltkriegs vor sich hin, ein wirksamer Kampf gegen Hartz IV findet nicht wirklich statt, Stuttgart 21 konnte trotz des hartnäckigen, bewundernswerten Einsatzes engagierter Menschen bisher nicht gestoppt werden, ob die Rodungen im Hambacher Forst verhindert werden können, ist fraglich, die Explosion der Mieten für Wohnungen läuft fast ungehindert weiter. Überall fehlt es an der kritischen Masse, die Wirksamkeit entfalten könnte.

Hier wollen wir eingreifen. Bisher ist der Rubikon ein Magazin für kritisch denkende Menschen. Durch seine Artikel will er erreichen, dass die Anzahl der mündigen Bürger in möglichst vielen Bereichen zur kritischen Masse wird, die Veränderung bewirken kann. Damit das gelingt, muss in möglichst viele Bereiche hineingewirkt werden. Daher decken die Artikel im Rubikon ein breites Spektrum an Themen ab. Da ist auch manchmal die Toleranz der Leser gefordert.

Einer der Bereiche, die noch zu wenig thematisiert werden, ist der Überwachungskapitalismus. Die tiefe Durchdringung des Staates mithilfe der digitalen Werkzeuge ist auch kritischen Menschen selten bewusst; und wenn sie ihnen bewusst ist, ändert das nur selten etwas an ihrem Umgang mit diesen Werkzeugen, die, wie beispielsweise das Betriebssystem Windows 10 oder das Microsoft-Office-Paket, die Gesellschaft aushorchen, mit immer umfassenderen Möglichkeiten der Überwachung und Verfolgung der Bürger.

Immer wieder wird an der Oberfläche sichtbar, wie Google (Suche, YouTube), Facebook, Instagram, WhatsApp oder Twitter Zensur und politische Einflussname ausüben. Die Empörung ist dann groß, gehandelt wird aber (fast) nicht; unter anderem weil die Handlungsmöglichkeiten auch kritischen Menschen weitgehend unbekannt sind. Offensichtlich erzeugt das Wissen um die gefährlichen Möglichkeiten der Internetkonzerne kaum Handlungsdruck.

Selbst der Wechsel von der Überwachungs-Suchmaschine-Google zu einer der reichlich vorhandenen Alternativen ist wohl zu mühselig,

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