Und der Sieger heißt: Friedrich Spahn-Karrenbauer

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05-12-18 01:40:00,

Laut aktuellen Umfragen würde nur noch fast jeder Vierte die CDU wählen. Nichtsdestotrotz wird die bevorstehende Wahl des oder der neuen Parteivorsitzenden medial in einer Art gehypt, dass man glatt denken könne, die drei Kandidaten würden für vollkommen unterschiedliche Positionen stehen und die gesamte politische Debatte des Landes abbilden. Doch das ist Unsinn. Die CDU ist keine Einheitspartei und die drei aussichtsreichen Kandidaten unterscheiden sich nur in klitzekleinen Nuancen. Von Jens Berger.

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Als die NachDenkSeiten vor 15 Jahren das Licht der Welt erblickten, ging es im allerersten Beitrag um die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft und um Friedrich Merz. Keine Frage – Friedrich Merz war und ist nicht nur für uns eine echte Reizfigur, vertritt er doch auf nahezu allen politischen Feldern das exakte Gegenteil unserer Positionen. Merz ist neoliberal, fordert Privatisierungen öffentlicher Aufgaben und eine Stärkung der privaten Altersvorsorge. Er ist ein Lobbyist der Wallstreet und der Finanzwirtschaft, der sich – nicht nur in Steuerfragen – permanent für eine Umverteilung von unten nach oben stark macht und außen- und sicherheitspolitisch als Vorsitzender der Atlantik-Brücke einen klaren Kurs pro USA und pro NATO verfolgt. Als ich hörte, dass Friedrich Merz die Nachfolge von Angela Merkel antreten wolle, war meine erste Reaktion: „Alles, nur nicht Merz“. Daran hat sich zwar wenig geändert.

Die in progressiven Kreisen vorherrschende Konzentration auf den Kandidaten Merz hat jedoch auch dazu geführt, dass seine zwei aussichtsreichsten Kontrahenten ein wenig unter dem Radar blieben. Kein Wunder: Im Vergleich zur personifizierten Dunklen Seite der Macht wirkt selbst ein chronischer Unsympath wie Jens Spahn schon fast wieder sympathisch. Schlimmer noch. Und im Vergleich zu Merz und Spahn kommt selbst Annegret Kramp-Karrenbauer vergleichsweise progressiv rüber. Doch für was stehen Spahn und Kramp-Karrenbauer eigentlich? Gibt es wirklich einen Grund, einem der beiden Kontrahenten die Daumen zu drücken?

Kurz vor der Kandidatur von Friedrich Merz war Jens Spahn sicher der in progressiven Kreisen meist verhasste Unionspolitiker. Vor allem seine wohl kalkulierten verbalen Ausfälle gegenüber Armen und Benachteiligten, seine nur noch zynisch zu nennenden Schlaumeiereien als Gesundheitsminister gegenüber dem Pflegepersonal und sein ständiger Rückgriff auf AfD-Rhetorik lassen die Sozialen Netzwerke regelmäßig überkochen.

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