das-menschlichkeits-dilemma

06-12-18 11:37:00,

Nach dem Aufsatz „Die drinnen und die draußen“ von Peter Singer (1) unter Berücksichtigung unterschiedlicher Argumente zum Thema Migration. Während Andreas Cassee grenzenlose Migration befürwortet (2), ist Julian Nida-Rümelin gegenteilige Meinung und ein Befürworter kontrollierter Zuwanderung (3).

Artikel 14 der UN-Menschenrechtserklärung von 1948: „Everyone has the right toseek and to enjoy in other countries asylum from persecution“.

Der Bunker

Stellen Sie sich vor: Es ist kurz nach einem Atomkrieg. Die radioaktive Strahlung ist so hoch, dass aller Wahrscheinlichkeit nach nur Menschen in Atombunkern die kommenden acht Jahre überleben werden. In diesem Atombunker ist Platz für 10.000 Menschen inklusive einer sehr guten Versorgung, vorgesehen für 20 Jahre. Ein riesiger Bunker, in dem es an nichts fehlt. Das Leben im Bunker wird auf Grundlage einer vorab beschlossenen Verfassung verwaltet, welche besagt, dass über wichtige, die gesamte Gemeinschaft betreffende Entscheidungen abgestimmt werden muss.

Durch große Glasscheiben kann man die Außenwelt sehen und natürlich auch, wie sich Menschmassen gegen die Zugänge drücken. Zwischen den Anwesenden kommt es zu Auseinandersetzungen, weil viele der Auserwählten noch weitere, weniger Begünstigte einlassen wollen. Immerhin reicht die exklusive Verpflegung für 20 Jahre, während der reale Bedarf wahrscheinlich nur für acht Jahre benötigt wird.

Zwischen folgenden drei Optionen soll abgestimmt werden:

  1. Jeder Luxus wird aufgegeben, um Raum für weitere 10.000 Menschen zu schaffen.
  2. Minimale Einschränkungen bei Freizeitanlagen und Nahrungsmitteln ermöglichen weiteren 500 Menschen Zugang.
  3. Niemand wird zusätzlich aufgenommen.

Wie würden Sie abstimmen?

Es ist doch so: Wenn sich die Leute frühzeitig informiert hätten, hätte jeder die Möglichkeit gehabt, auch einen Platz in einem dieser Bunker zu erwerben. Warum also sollten wir Vorausschauenden jene hereinlassen, die ihre Verantwortung nicht tragen wollen und sie auf uns abwälzen? Sind sie nicht selbst schuld? Wie kommen wir dazu, uns zurückzunehmen, uns einzuschränken, um denen da draußen ein angenehmes Leben auf unsere Kosten zu ermöglichen?

Es ist unser Vorrecht, dass wir aussuchen, wer herein darf! Wir nehmen nur unseresgleichen, jene die auch etwas für die Gesellschaft leisten.

Aber! Damit wir nicht ganz so hartherzig erscheinen, nehmen wir noch ein paar der Anderen auf, als mildtätiges Entgegenkommen, damit sich die Gemüter beruhigen.

Die gegenwärtige Flüchtlingsproblematik ist eine ethisch-moralische Frage bezüglich der Grenzen unserer Gemeinschaft.

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