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06-12-18 09:24:00,

Strategische Wasserwege und die „Kertsch-Krise“
von Michel Chossudovsky

Am 25. November 2018 berichtete der Föderale Sicherheitsdienst Russlands (FSB), dass „drei ukrainische Kriegsschiffe illegal im Schwarzen Meer die Landesgrenze zu Russland überschritten hätten und in Russlands Gewässer eingedrungen seien sowie gefährliche Manöver vollzogen hätten … Alle drei ukrainischen Marineschiffe … wurden im Schwarzen Meer festgehalten“, so die Tass am 25. November.

Der Vorfall ereignete sich unweit der Straße von Kertsch, der schmalen Meerenge zwischen dem Schwarzen und dem Asowschen Meer.

Seit der Vereinigung der Krim mit Russland im März 2014 wird der Zugang zum Asowschen Meer völlig von Russland kontrolliert und seit Mai 2018 verbindet eine neue Brücke die Ost-Krim mit der Krasnodar-Region in Russland.

Bewegen wir uns auf eine Kertsch-Krise zu, die einen „Vorwand“ für einen bewaffneten Konflikt liefern könnte?

Als Reaktion auf die Vorgänge hat die Ukraine in Absprache mit der NATO ihre Streitkräfte in Kampfbereitschaft versetzt. Präsident Poroschenko regte die Anwendung des Kriegsrechtes an. Unterdessen hat Moskau eine Krisensitzung des UN-Sicherheitsrates gefordert. Laut Guardian vom 26. November „hat das russische Außenministerium die Ukraine beschuldigt, mit den USA und der EU eine „gezielte Provokation“ abgesprochen zu haben, um weitere Sanktionen gegen Moskau sicherzustellen, da nun die Situation infolge eines gefährlichen Zusammenstoßes der beiden Länder immer angespannter wird.“

Wird der Kertsch-Vorfall zu einer militärischen Eskalation führen?

Um die aktuellen Ereignisse zu verstehen, ist es wichtig, die strategische Rolle der Meerenge von Kertsch zu analysieren. Der Seezugang des ukrainischen Hafens von Odessa zum Asowschen Meer führt durch die Meerenge von Kertsch.

Es folgt nun ein bearbeiteter Beitrag von Michel Chossudovsky aus dem Jahr 2014, der auch bei Global Research erschienen ist.

Der Anschluss der Krim an Russland im Jahr 2014 definiert sowohl die Geographie als auch das geopolitische Schachbrett im Schwarzmeerraum neu.

Für die USA und die NATO stellt der Zusammenschluss einen großen Rückschritt dar, da ihr langfristiges Ziel darin bestanden hatte, die Ukraine in die NATO zu integrieren, um Russland zu schwächen und gleichzeitig die westliche Militärpräsenz in den Bereich des Schwarzen Meeres auszudehnen.

Mit der Unterzeichnung des Abkommens zwischen Russland und der Krim vom 18. März 2014 hat die Russische Föderation ihre Kontrolle über das Schwarze Meer sowie das Asowsche Meer ausgeweitet.

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