auf-den-hund-gekommen

07-12-18 09:14:00,

Bild: Weißes Haus

Das Schweigen der Medien über George Herbert Walker Bush verstört

Die unkritischen Berichte über den verstorbenen 41. Präsidenten der USA Tagen bieten Aufschluss über die Qualität des politischen Journalismus der Gegenwart. Die Medienvertreter, die unisono von einem “großen Staatsmann” sprachen, konzentrierten sich auf drei Themen:

1. Labrador-Hündin “Sally”

Von SPIEGEL-BILD bis zu den öffentlich-rechtlichen Sendern kamen alle Medien auf den Hund. Medienkritiker erinnern sich an die infame Rede des einstigen Vizepräsidenten Richard Nixon über dessen Hund “Checkers”, mit der Tricky Dick 1952 die Fernsehnation erfolgreich von einer Verfehlung ablenkte. Auch George W. Bush konnte auf einem Tiefpunkt seiner Präsidentschaft die Medien mit seinem First Dog “Barney” an der Leine führen. Nachrichtenwert: Null.

2. Trump vs. Establishment

Für Boulevard-Journalisten ist der Kontrast zum proletenhaften Horrorclown ausreichend, um Bush für einen zivilisierten Menschenfreund zu halten.

3. Bush hat den Kalten Krieg beendet und zu den Deutschen gehalten.

Das war‘s. Von BILD bis taz – ja nicht einmal in marxistischen Zeitungen (!) – erinnerte sich auch nur ein deutscher Journalist wenigstens an die unstreitigen Verbrechen des 41. Präsidenten der USA.

Kalte Kriege

Tatsächlich hatte sich Bush den Deutschen gegenüber loyaler als andere Politiker verhalten – aber das liegt nun einmal in der Familie. Vater Prescott Bush und dessen milliardenschwere Freunde Harriman und die Rockefellers hatten mit Deutschland gute Geschäfte gemacht, und zwar schon vor dem Zweiten Weltkrieg (Väter und Söhne). Man verdiente sowohl an der Aufrüstung der USA als auch an der von Nazi-Deutschland, was man sogar noch nach Kriegseintritt der USA fortsetzte.

Es waren die mit dem Bush-Clan befreundeten Dulles-Brüder gewesen, welche die Welt ohne Not in den Kalten Krieg manövrierten und etliche Offerten des Ostens in den Wind schlugen. Warum auch nicht? Der Kalte Krieg war ein krisensicheres Geschäft für die Rüstungsindustrie und induzierte in den Westen Kontrolle und Abhängigkeit.

Heiße Kriege

Gerne hätten hunderttausende Iraker dem großen Krieger ebenfalls ihre letzte Ehre erwiesen, sind jedoch seit den 1990ern selbst tot. Sie starben im absurd massiven Bombenhagel auf Städte, sie starben wegen gezielter Zerstörung von Infrastrukturen und sie verreckten an den Folgen des Boykotts von Lebensmitteln und Medizin.

 » Lees verder