der-heimliche-krieg

07-12-18 10:49:00,

Die Motivation war, zu erfahren, warum sich – außerhalb der Sprechblasen humanitärer Hilfe und Stabilisierung – europäische Staaten wie Frankreich und Deutschland eigentlich in diesem afrikanischen Land „engagieren“. Was gibt es für eine Vorgeschichte? Warum operieren Bundeswehr-Soldaten in Mail, um es zu „stabilisieren“ (1)? Das sogenannte deutsche Verteidigungsministerium erzählt uns solche Geschichten:

„Für ganz Afrika gilt: Die Bundesregierung will Wirtschaftswachstum und nachhaltige Beschäftigung sichern.“ (2)

Beachten Sie bitte, dass die deutsche Regierung sich damit anmaßt, die neoliberale Agenda des eigenen Systems verpflichtend für andere Staaten auf einem anderen Kontinent zu machen. Vielleicht wollen aber die Menschen dort gar kein Wirtschaftswachstum? Wirtschaftswachstum und nachhaltige Beschäftigung – diese irrsinnigen Ziele sollen für andere Gesellschaften verbindlich sein?

Das deutsche Kriegsministerium – sollte es vielleicht besser Kolonialministerium heißen? – schreibt in seinen afrikapolitischen Richtlinien weiterhin:

„Entscheidend ist dabei, dass die vorhandenen Rohstoffe als Instrument für Stabilität und wirtschaftliche Entwicklung verantwortlich und nachhaltig genutzt werden.“ (3)

Von wem genutzt, vor allem von wem ausgenutzt? Wer bestimmt überhaupt über die Ressourcen eines afrikanischen Staates: Frankreich oder Deutschland etwa? Die Anmaßung dazu ist jedenfalls unübersehbar.

Die beiden Zitate konterkarieren alle Worthülsen von Demokratie und Menschenrechten, von Freiheit und Souveränität, von denen das zitierte Dokument nur so trieft, die aber deutschen Soldaten in Afrika das Gefühl geben, eine Art Friedensengel zu sein. In all der Bigotterie steckt sie eben dann doch, die Wahrheit über die Motive deutscher Missionen in fernen Staaten (a1). Das grobe Bild steht, doch was ist da speziell in Mali in den letzten Jahren geschehen?

Meine erste Suche dazu startete ich mittels einer Internet-Suchmaschine mit den Worten: „Was passiert in Mali“. Die unten behandelten Quellen sind Ergebnisse dieser Suche. Vordergründig konsumieren wir immer das gleiche Muster, die von mir in diesem Text so benannte klassische Geschichte. Doch wenn wir aufmerksam lesen, erfahren wir viel – wenn auch nicht alles – über die andere Geschichte.

Die klassische Tagesschau-Geschichte

Die Tagesschau berichtete im Januar 2013, dass es im Vorjahr einen Militärputsch in Mali gegeben hatte, weil die amtierende Regierung nicht entschlossen genug gegen Islamisten im Norden des Landes vorgegangen wäre. Danach wäre ein Machtvakuum entstanden und die Armee erwies sich als zu schwach, die Islamisten, welche die Scharia im Norden eingeführt hatten,

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