die-gelbwesten

07-12-18 04:47:00,

Jedes Fahrzeug in Frankreich muss mit einer gelben Warnweste bestückt sein. Damit ist gewährleistet, dass der Fahrer im Falle eines Unfalles oder einer Panne auf der Autobahn gut sichtbar ist und nicht überfahren wird.

Die Idee, die gelbe Weste zu tragen, um gegen eine unbeliebte Regierung zu demonstrieren, fand also schnell Anklang. Die Kleidung war zur Hand und musste nicht von Soros für eine mehr oder weniger inszenierte „Farbenrevolution“ zur Verfügung gestellt werden. Die Symbolik passte: Zeige, dass Du im Falle eines sozio-ökonomischen Notfalls nicht überrollt werden möchtest.

Wie jeder weiß, wurde die Protestbewegung von einem erneuten Anstieg der Kraftstoffsteuer ausgelöst. Es wurde aber sofort klar, dass es um mehr ging. Die Kraftstoffsteuer war der letzte Tropfen einer langen Reihe von Maßnahmen, die den Reichen auf Kosten der Mehrheit der Bevölkerung Vorteile verschaffen sollten. Deswegen erzielte die Bewegung auch fast augenblicklich Beliebtheit und Zustimmung.

Die Gelbwesten demonstrierten am Samstag, den 17. November zum ersten Mal auf den Champs-Elysées in Paris. Es war so ganz anders als die üblichen Gewerkschafts-Demonstrationen, wo man gut organisiert und Banner schwenkend den Boulevard vom Place de la République zum Place de la Bastille in die eine oder andere Richtung abschritt und am Ende den Ansprachen der Anführer lauschte. Die Gelbwesten erschienen einfach, unorganisiert und ohne Anführer, die ihnen sagten, wo sie marschieren oder Ansprachen halten sollten. Sie waren einfach da, in ihren gelben Westen, wütend und bereit, dem verständnisvollen Zuhörer ihren Zorn zu erklären. Kurz gesagt war die Botschaft folgende:

Wir kommen nicht über die Runden. Die Lebenshaltungskosten steigen immer weiter und unsere Einkommen werden immer geringer. Wir ertragen es einfach nicht mehr. Die Regierung muss innehalten, nachdenken und den Kurs ändern.

Bis jetzt bestand jedoch die Reaktion der Regierung darin, Polizisten loszuschicken, die Ströme von Tränengas in die Menge sprühten – offenbar, um die Menschen vom nahe gelegenen Elysée-Palast, der Präsidentenresidenz, fernzuhalten. Präsident Macron hielt sich woanders auf – all der Trubel war wohl unter seiner Würde.

Diejenigen, die hinhörten, konnten jedoch eine Menge über die Lage im heutigen Frankreich erfahren – vor allem in den Kleinstädten und ländlichen Gebieten, woher viele der Demonstranten kamen. Die Dinge stehen viel schlechter, als Regierungsbeamte und die Medien zugeben.

Da waren junge Frauen, die sieben Tage die Woche arbeiteten und trotzdem nicht wussten,

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