die-gesinnungshatz

08-12-18 09:55:00,

Tim Anderson erklärte mir, dass er verschiedene Male aufgefordert worden war, sich öffentlicher Kommentare zu enthalten, was er konsequent ablehnte. Er wurde während der letzten 18 Monate immer wieder unter Druck gesetzt, seine Meinung nicht öffentlich zu machen. Dabei wurden seine Fakten nie bestritten, nie wurde eine These widerlegt.

Tim Anderson:

„Diese Beschwerden während der letzten 18 Monate waren lächerlich und absurd. Meiner Meinung nach repräsentieren sie ein ungewöhnlich aggressives Regime politischer Zensur, auf die sich keine anständige Universität einlassen sollte“ (104).

Tim Anderson sagt, dass die meisten der Beschwerden seine Kritik an der Kriegspropaganda gegen Syrien, den Irak und Palästina betrafen. Er erklärt, dieser Versuch der Bevormundung verletze die Regeln der „intellektuellen Freiheit“ einer Universität, da diese auch „den Ausdruck unpopulärer oder kontroverser Ansichten“ erlauben, „ohne dass sich Mitarbeiter in schikanöser, herabwürdigender oder einschüchternder Weise dagegen engagieren“.

Er betonte, dass er keine Beschimpfungen oder unbegründete Kritik verbreite, aber unehrliche Propaganda scharf kritisiert, wenn dies gerechtfertigt ist. Anderson erklärt, er lehne den Versuch politischer Zensur als prinzipienlos ab.

Den diversen Versuchen, Tim Anderson einen Maulkorb zu verpassen, folgte nun also die Suspension. Als akuter Grund wurde eine Grafik über Israels Aktionen bei dem letzten Angriff von Gaza genannt, die angeblich die Fahne Israels mit einem Hakenkreuz darstellen soll (103).

Die Abbildung eines Hakenkreuzes ist in Australien – entgegen deutschen Regelungen – nicht verboten. Daher wird in erster Linie im Kündigungsschreiben auf folgendes abgehoben: „die Abbildung des veränderten Bildes einer Flagge Israels in ihrem Twitter- und Facebook-Konto und Lehrmaterialien ist respektlos und beleidigend“.

Die Angaben auf dem Bild wurden nicht bestritten, das heißt, auch nicht die Tatsache, dass 75 Prozent der 1.088 durch Israels Armee getöteten Palästinenser Zivilisten waren, aber nur 6 Prozent der 51 getöteten Israelis. Die bemängelte Folie sagt aus:

„Die Geschichte: Palästinensische Angriffe auf Israel werden oft als „wahllos“ kritisiert. Unabhängig ermittelte Daten aus dem Angriff Israels auf Gaza (Operation Protective Edge) geben jedoch ein besseres Bild. Eine Lektion über Methoden: 1. Unabhängig ermittelte Beweise identifizieren, 2. Vorsicht walten lassen vor Behauptungen der moralischen Äquivalenz, die Annahmen beinhalten, 3. Sowohl die Ziele als auch die Aktionen der Parteien sind wichtig. (…)

Die EU verurteilte das ‚rücksichtslose Abschießen von Raketen auf Israel durch die Hamas und militanter Gruppen im Gaza-Streifen,

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