steineschmeiser-in-warnwesten-und-ein-prasident-im-masanzug-kenfm.de

08-12-18 10:50:00,

von Laurent Stein.

Vorbemerkung: Der folgende Artikel beinhaltet noch keine Zusammenfassung, bzw. Details der Ereignisse in Frankreich vom 08.12.2018.

Ladenplünderungen, Straßenschlachten, in Flammen stehende Autos und Gebäude. Es sind erschreckende Bilder, die uns neuerdings aus Frankreich erreichen. Und mittendrin hört man immer wieder: „Macron Demission! Macron Demission!“.

Bereits für das vierte Wochenende in Folge sind im ganzen Land in gelbe Westen gekleidete Menschen zu Zehntausenden auf die Straße gegangen. Einerseits richtet sich ihr Protest gegen die für Januar 2019 geplante Erhöhung der Treibstoffabgaben. Anderseits treibt die Demonstranten jedoch vor allem eine Forderung um: Emmanuel Macron, aktueller Staatspräsident der 5. Republik, soll seinen Posten räumen.

Nur anderthalb Jahre nach seinem „historischen Wahlerfolg“ (1) ist Macron in seiner Heimat vom umjubelten Heilsbringer zur verhassten Persona non grata verkommen. Seine Umfragewerte befinden sich im steilen Sinkflug und legen dabei ein Tempo hin, mit dem selbst sein Vorgänger François Hollande – der bis dato unbeliebtesten Präsidenten der Grande Nation – seine Mühen hätte mitzukommen. Ist das l´effet Schulz, version tricolore? Wie konnte es soweit kommen, dass der Mann, der länderübergreifend in ganz Europa, ja gefühlt auf der ganzen Welt, zum Hoffnungsträger Nummer 1 erkoren wurde, nun in einem derartigen Ausmaß den Unmut seiner eigenen Landsleute auf sich zieht? Er, der Zitat Spiegel: „Heilsbringer aus dem Establishement“, der nicht müde wird zu betonen er stehe weder Links noch Rechts (2). Er, der Zitat Tagesschau: „Glücksfall“ für Frankreich, der mit seinen Reformen und seinem Regierungsstil dem Land einfach nur „gut tut“ (3). Er, der Zitat Welt: „Klimapräsident“, der der ganzen Welt zeigen möchte „dass Klimaschutz cool ist“ (4). Ja wie in Gottes Namen konnte so etwas möglich sein? Und was hat das alles mit der ominösen Gelbwesten Bewegung zu tun?

Was machen Sie nur mit unserer Kohle?

Spulen wir die Zeit zurück. Am 18. Oktober macht das Handyvideo einer bis dahin völlig unbekannten französischen Staatsbürgerin, Jacline Mouraud, auf Facebook die Runde. Innerhalb kürzester Zeit wird es über 6 Millionen Mal geklickt. „Monsieur Macron“ empört sich darin die 51-jährige „was machen sie nur mit unserer Kohle?“. Mouraud schimpft gegen steigende Benzinpreise, gegen steigende Mautgebüren UND gegen die „Jagd“ auf die noch kürzlich dem Konsumenten als umweltfreundlich angedrehten Dieselfahrzeuge (5).

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