uber-luxus-suiten-geheimdienste-den-sieg-des-erdols-und-einen-feigen-prasidenten-eine-nachlese-zum-g20-gipfel-in-buenos-aires

08-12-18 11:13:00,

„Als der amerikanische Präsident (in der Casa Rosada) ankam, atmeten die Sicherheitsbeamten auf. Der Einsatz war beeindruckend und umfasste sowohl die Umgebung als auch die Innenräume des argentinischen Regierungssitzes, die bis zum letzten Moment von Hunden der Sprengstoffabteilung der Bundespolizei abgeschnüffelt wurden“. So beschrieb die peruanische Tageszeitung El Comercio eine der Schlüssel-Episoden hinter den Kulissen des G20-Gipfels. Doch „explosiv“ war dann der Auftritt des Staatsgastes. Ein Bericht von Frederico Füllgraf.

„Ich habe Dich besser verstanden als mit diesem Gerät”, protestierte der US-Präsident gegenüber seinem Amtskollegen und Gastgeber Mauricio Macri, nachdem er erfolglos versucht hatte, dessen Begrüßung in Spanisch mit Dolmetscher-Kopfhörern zu verfolgen. Von kindischer Rage angetrieben, streifte sich Trump nach wenigen Sekunden die Kopfhörer ab und warf sie demonstrativ zu Boden. „Der Lärm beim Aufprall des Übersetzungsgeräts, bevor Trump sich überhaupt selbst zum ersten Mal gegenüber der Presse äußerte, war ein Zeichen der Ungezügeltheit des amerikanischen Präsidenten“, rügte das peruanische Medium.

Entmutigende Zwischenbilanz

Mit Entgleisungen, Possen und Lachnummern der „menschlichen, allzu menschlichen Art“ – etwa Präsident Wladimir Putins unnötig überschwänglicher Handschlag mit dem des Mordauftrags an dem Journalisten Jamal Khashoggi verdächtigten saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman, Bundeskanzlerin Angela Merkels 24-stündige Verspätung wegen Motorschadens an der deutschen Regierungsmaschine oder der vom Gala-Abend zu peinlichen Tränen gerührte Präsident Mauricio Macri, der nachträglich für seine „Feigheit“ um Entschuldigung bat – okkupierten die Regierungsdelegationen der einflussreichsten 20 Staaten der Welt regelrecht zwei Tage lang die argentinische Hauptstadt, allerdings durch drakonisches Militär- und Polizeiaufgebot von der Öffentlichkeit abgeschirmt.

Mitglieder der G20 sind 19 Industrie- und Schwellenländer sowie die Europäische Union. In diesen Mitgliedsstaaten leben annähernd zwei Drittel der Weltbevölkerung, die zusammen rund 80 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts erwirtschaften. Bilanz? Sieger des Buenos-Aires-Gipfels sind eindeutig die USA.

Die imperial-nationalistisch gesinnte Regierung Donald Trump protestierte noch einmal lautstark gegen die deutschen und vor allem die chinesischen Handelsüberschüsse und sagte – nicht zuletzt mit Einschmuggeln einer Klausel in die Abschlusserklärung des Gipfels – der Welthandelsorganisation der Vereinten Nationen (WTO) den Kampf an.

Ebenso angetrieben vom Geist der Unberechenbarkeit und außenpolitischen Unverantwortlichkeit ließ der US-Präsident seinen russischen Amtskollegen „abblitzen“. Mit dreister Umdeutung der Fakten und als „Repressalie“ gegen einen angeblichen „russischen Angriff“ auf die Ukraine, vor der Krim, strich Trump ein vorher lautstark angekündigtes Gespräch mit Wladimir Putin aus der Agenda.

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