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11-12-18 05:33:00,

Pentagon Building, Pentagon, 9/11
© U.S. Dep. of Defense

Reparatur des Pentagon-Gebäudes, Sitz des US-Verteidigungsministeriums, nach den 9/11-Anschlägen.

Daniela Gschweng / 11. Dez 2018 –

Das US-Verteidigungsministerium weiss nicht, wo sein Geld hingeht, ein Forschungsinstitut aber, was der Anti-Terror-Krieg kostet.

Das US-Verteidigungsministerium hat sich ein Audit verordnet. Und ist krachend gescheitert. «Wir haben nie erwartet, dass wir die Prüfung bestehen», sagte der stellvertretende Verteidigungsminister Patrick Shanahan Reportern im Pentagon über das Audit, das fast ein Jahr gedauert hat. Die gesetzliche Anforderung dafür gab es seit 1990, ein umfassendes Audit des gesamten «Department of Defense» (DoD) wurde jedoch immer wieder verschoben – nicht zuletzt mit dem Argument, eine solche Überprüfung sei wegen der Grösse und Komplexität des Ministeriums gar nicht möglich.

Die jetzt beanstandeten Punkte hören sich dafür recht banal an. Bemängelt wurde zum Beispiel Inventar, das nur im Computer existiert, Prozesse, die nicht eingehalten wurden und vor allem die IT-Sicherheit, sagt das Verteidigungsministerium selbst.

140 Milliarden verbummelt – im Jahr

Hunderte Millionen Dollar seien in sinnlose oder unerklärbare Projekte geflossen, schreibt dagegen der republikanische Abgeordnete Chuck Grassley in einem Meinungsbeitrag in «The Hill». Dass 80 Prozent aller Überprüfungen mit dem Status «erfüllt die Anforderungen weitestgehend» abgeschlossen worden seien, bedeute in Wirklichkeit nichts anderes, als dass die Behörde von jedem fünften Steuerdollar nicht wisse, wo er geblieben sei. Der Begriff «Inventar» bezeichnet im Verteidigungsministerium denn auch nicht nur Bürostühle und PCs. Von den grösseren «Inventar»-Stücken wie Panzern und Schiffen sei immerhin keines verloren gegangen, gab das DoD bekannt.

Das Audit selbst kostete 413 Millionen Dollar. Das sei nur ein geringer Teil des 700-Milliarden-Dollar-Budgets, die das US-Verteidigungsministerium jedes Jahr vom Kongress zugesprochen bekommt, sagt die Politikwissenschaftlerin Lindsay Koshgarian in einem Interview mit «The Real News». Diese 700 Milliarden seien aber mehr als die Hälfte der Billion (1’000 Milliarden), über die der Kongress überhaupt entscheiden kann. Koshgarian ist Programmdirektorin des «National Priorities Project», das sich damit beschäftigt, das US-Budget und seine Verwendung für die Öffentlichkeit transparent zu machen. Sie kommentiert das Resultat des Audits mit recht verständlichen Worten: «Was das bedeutet, ist, dass das Verteidigungsministerium nicht weiß, wo es sein Geld ausgibt».

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