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12-12-18 08:15:00,

Spätesten seitdem die CDU-Spendenaffäre Licht auf die illegale Spendenpraxis der CDU in den 1990er-Jahren geworfen hat, weiß man, dass die Christdemokraten nicht immer zimperlich bei ihren Geldgebern sind. Das betrifft auch einige Geldgeber beim 31. Parteitag.

Es war ein wichtiger und richtungsweisender Termin für die Partei. Auf dem 31. CDU-Parteitag wählte die (noch-)Volkspartei ihre neue Vorsitzende. Annegret Kramp-Karrenbauer stach ihren Mitbewerber aus der Finanzwirtschaft, Friedrich Merz, aus und gewann die Stichwahl. Möglich gemacht wurde die Parteiveranstaltung auch durch Spenden verschiedenster Wirtschaftsunternehmen:

Besonders fällt auf den zweiten Blick die Dominanz von Tabakkonzernen auf dem Sponsorenschild auf. Neben den Tabakkonzernen Philip Morris („Marlboro“) und JTI („Camel“), tritt auch der Deutsche Zigarettenverband als Spender auf. Ebenso das nett und harmlos klingende Bündnis für Tabakfreien Genuss, welches ein Interessenverband der E-Zigarettenbranche in Deutschland ist.

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AFP 2018 / John Macdougall

Nun ist Tabak ein völlig legales Geschäft hierzulande – auch wenn die Gesundheitsschäden hinreichend bekannt sind – jedoch spielt die CDU beim Thema Plakatwerbung für Tabak eine wichtige Rolle. Plakatwerbung für Tabak ist in der EU nämlich verboten, um Kinder nicht zum Rauchen zu verführen. Nur Deutschland sperrt sich. 

Vor allem der langjährige CDU/CSU-Fraktionschef Volker Kauder setzte sich aktiv und erfolgreich, sogar gegen Widerstände in den eigenen Reihen, gegen das Werbeverbot ein. Offiziell verteidigen er und seine Mitstreiter so die öffentliche Freiheit der Deutschen, wie das Magazin der Spiegel berichtet: Der „mündige Bürger“ habe so das Recht, „sich frei eine Meinung zu bilden“.

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