umfrage-750-millionen-wurden-in-ein-anderes-land-migrieren-wollen

12-12-18 08:27:00,

Bild: Pueblo sind Fronteras

Nach der Gallup-Umfrage will aus manchen Ländern die Hälfte der Bevölkerung und mehr auswandern, das begehrteste Zielland ist aber nicht, wie die AfD meint, Deutschland

Zeitgleich mit der Verabschiedung des UN-Migrationspakts hat das amerikanische Meinungsforschungsinstitut Gallup die Ergebnisse von weltweiten Umfragen veröffentlicht. Befragt wurden zwischen 2015 und 2017 über 450.000 Menschen in 152 Ländern, also nach dem Beginn der so genannten “Flüchtlingskrise” in Europa, ob sie, wenn sie die Gelegenheit hätten, permanent in ein anderes Land auswandern oder lieber weiter in ihrem Land leben wollen. Danach würden 750 Millionen Menschen oder 15 Prozent der Erwachsenen migrieren, wenn sie könnten.

Natürlich sagt man schnell mal, dass man in ein anderes Land will, wenn man so unverbindlich gefragt wird. Immerhin sagt auch ein Fünftel der Bevölkerung der Europäischen Union, dass sie dauerhaft in einem anderen Land leben wollen. Trotzdem dürfte die hohe Zahl Wasser auf der Mühle von Einwanderungsgegnern sein, auch wenn es in einer Umfrage 2007-2009 schon einmal 16 Prozent waren.

Aber wenn es heißt von der AfD und anderen, die Migranten würden, wenn sie könnten, Deutschland überrennen, weil sie hier das Sozialsystem ausnützen wollen (AfD: “Wir müssen den Ausverkauf der deutschen Sozialsysteme verhindern”), liegt man hier nach Gallup ebenso wenig richtig als bei der Vorstellung, dass Deutschland das beliebteste Einwanderungsland geworden sei. Geradezu grotesk ist auch noch die Behauptung, Merkel habe den Migrationspakt durchgesetzt: “Der Migrationspakt ist der selbstherrliche Versuch Merkels, ihre unverantwortliche Politik der offenen Grenzen in Deutschland nachträglich zu legitimieren und zum Maßstab einer weltweiten Einwanderungspolitik zu machen. Schon heute steht fest, dass vor allem Deutschland als weltweit wichtigstes Zielland die Folgen dieser Politik der Kanzlerin wird tragen müssen.” (Gauland/Weidel)

Nach der Gallup-Umfrage ist keineswegs Deutschland das beliebteste Einwanderungsland, ganz an der Spitze stehen die USA. Das ist insofern beachtlich, weil die Umfrage teilweise schon in den US-Wahlkampf und das erste Präsidentschaftsjahr von Donald Trump, aber auch noch in die Zeit, als Deutschland gerade erst Flüchtlinge offen aufgenommen hatte.

Von den Befragten, die auswandern wollen, gaben 21 Prozent oder 158 Millionen an, sie würden am liebsten in die USA. An zweiter Stelle steht mit 6 Prozent (47 Millionen) Kanada, an dritter eben Deutschland mit 6 Prozent und 42 Millionen,

 » Lees verder