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13-12-18 11:21:00,

von Anthony DiMaggio

Die US-Medien scheuen sich nicht, den verstorbenen Präsidenten George H. W. Bush in ihren Betrachtungen seines Lebens und Erbes zum Helden zu stilisieren. Dies ist kaum überraschend; dieselbe Verehrung konnte man für den verstorbenen republikanischen Senator John McCain erleben, indem man jegliche Diskussion von US-Kriegsverbrechen, Völkermord und Gewalt in Vietnam zugunsten des vorhersehbaren „Kriegshelden“-Narrativs auslöschte.

Auf CNN feiert Aaron David Miller vom Woodrow Wilson International Center for Scholars die „schiere Demut“ und den „Anstand“ des älteren Präsidenten Bush, während die Washington Post seine „ruhige Hand“ am Ende des Kalten Krieges zur Zeit des Zusammenbruchs der Sowjetunion betont. Die New York Times hofiert Bush als „zurückhaltenden und erfahrenen Staatsführer“, während sie den US-Angriff auf den Irak im Jahr 1991 feiert. „Wenn Präsident Bushs Amtszeit geholfen hat, im Ausland eine Ära [den Kalten Krieg; Ergänzung des Autors] zu beenden, so hat sie eine neue eröffnet. Im Januar 1991 versammelte er eine globale Koalition, um die irakischen Eindringlinge aus Kuwait zu vertreiben, indem er hunderttausende Soldaten auf einen triumphalen Feldzug schickte, der in den Augen vieler dabei half, die Geister Vietnams auszutreiben.“

Darstellungen verstorbener Staatsoberhäupter und anderer prominenter politischer US-Führungsfiguren porträtieren diese für gewöhnlich als freiheitsliebende Patrioten, die für das Wohl ihrer Nation und im Kampf für Freiheit, Gerechtigkeit und Demokratie in anderen Ländern Opfer gebracht haben. Für jene, die auf die Amtszeit Bushs des Älteren mit einem kritischen Bewusstsein schaue, hat wenig an diesem Narrativ Bestand. Bush zeigte, dass er sich der Realpolitik und der Stärkung der amerikanischen imperialistischen Macht eisern verpflichtet fühlte, besonders der US-Politik im Mittleren Osten. Doch diese unbequeme Wahrheit „passt einfach nicht“ in ein speichelleckerisches Mediensystem, in dem Journalisten Mythen über die USA als globalen Beschützer und Retter huldigen.

Das Folgende ist eine dringend nötige Berichtigung der verherrlichenden Heiligenbiographien, die das Ableben US-amerikanischer Staatsoberhäupter nach sich zieht. Bushs Regierung verfolgte besonders im Irakkrieg 1991 einen der unverschämtesten und unehrlichsten Propagandafeldzüge der modernen Geschichte. Um mit Chomsky und Herman zu sprechen, zeugt der Erfolg dieser Kampagne von der Wirksamkeit offizieller und journalistischer Bemühungen, durch die Bewerbung US-imperialistischer Kriege „Zustimmung zu fabrizieren.“

Beim Golfkrieg von 1991 setzte Präsident George H. W. Bush an verschiedenen Fronten Propaganda ein, um Unterstützung für den Krieg zu erreichen. Nachdem der irakische Diktator Saddam Hussein im August 1990 ins angrenzende Kuwait einmarschiert war,

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